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15.02.2018, 16:28 Uhr KOMMENTAR

Einschulung auf Wunsch: Nicht überstürzen

Kommentar von Stefanie Witte

Durch die flexible Einschulung könnten Mehrkosten auf die Kommunen zukommen. Foto: dpaDurch die flexible Einschulung könnten Mehrkosten auf die Kommunen zukommen. Foto: dpa

Osnabrück. Nachdem die niedersächsische Groko geradezu geräuschlos ins Rennen gegangen ist – ganz im Gegensatz zum Gepolter in Berlin –, läuft die Landesregierung nun Gefahr, schon zu Beginn der Legislatur einen ihrer wichtigsten Partner zu verprellen: die Kommunen.

Künftig sollen Eltern in Niedersachsen vermehrt selbst darüber entscheiden dürfen, wann ihr Kind eingeschult wird. Zwar könnte das lediglich 2800 Kinder jährlich betreffen. Aber in einer Kommune kann es am Ende von einem Kind abhängen, ob eine zweite Schulklasse geöffnet oder ein Kindergartenplatz wider Erwarten länger vorgehalten werden muss. Und all das soll auch noch in diesem Jahr kommen. Vor allem kleine Gemeinden stresst das Vorhaben durch mangelnde Planbarkeit und erwartete Zusatzkosten.

Dabei fehlen in einigen Regionen sowieso schon Kindergartenplätze. Gleichzeitig sollen die Städte und Gemeinden die Ganztagsbetreuung bewältigen. Und wer am Ende für die künftig beitragsfreien Kindergartenjahre zahlen soll, ist auch noch nicht ausdiskutiert.

Die Groko sollte sich vorsehen, dass sie die Geduld der Kommunen im Bildungsbereich nicht überstrapaziert. Entweder trägt das Land die Zusatzkosten und lässt genug Zeit zur Vorbereitung – oder es nimmt Abstand von einer Reform, die das Leben von Familien voraussichtlich nicht signifikant verbessern wird.


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