SPD-Politiker im Fotointerview Juso-Chef Kevin Kühnert zeigt der CDU den Mittelfinger

Von Lorena Dreusicke

Juso-Bundesvorsitzender Kevin Kühnert (SPD) besucht im Rahmen seiner NoGroKo-Werbetour die SPD-Luisenstadt in Berlin-Kreuzberg, um für Stimmen gegen den Eintritt der SPD in eine Koalition mit der CDU beim bevorstehenden Mitgliederentscheid zu werben Foto: imago/snapshot-photography/F.BoillotJuso-Bundesvorsitzender Kevin Kühnert (SPD) besucht im Rahmen seiner NoGroKo-Werbetour die SPD-Luisenstadt in Berlin-Kreuzberg, um für Stimmen gegen den Eintritt der SPD in eine Koalition mit der CDU beim bevorstehenden Mitgliederentscheid zu werben Foto: imago/snapshot-photography/F.Boillot

Osnabrück. Mit eindeutiger Geste wehrt sich Kevin Kühnert gegen sein Milchbubi-Image: Im „Interview ohne Worte“ mit dem SZ-Magazin zückt der Juso-Vorsitzende den Mittelfinger als Antwort darauf, ob er mit dem Spitznamen „niedlicher Kevin“ einverstanden sei.

Pulli, Jeans, Turnschuhe – Kevin Kühnert gibt sich beim Fotointerview mit dem SZ-Magazin (07/2018) unverkrampft. Der 28-Jährige soll seine Reaktion am Wahlabend nachspielen, als Martin Schulz verkündete, die SPD wechsele in die Opposition: Kühnert zeigt eine Jubelpose. Um sein Kanzlervorbild darzustellen, kniet er nieder und senkt den Kopf – wie einst Willy Brandt in Warschau. Doch die Rolle des „niedlichen Kevins“ habe er satt, gestikuliert er mit Schmollmund und Stinkefinger.

Kühnert und die Jusos werben offensiv gegen einen Koalitionsvertrag zwischen SPD und der Union. Von Politikern der CDU ist Kühnert dafür als Anführer eines „Zwergenaufstandes“ verspottet worden.

Kühnert ist nicht der erste Politiker, der mit der provozierenden Geste abgelichtet wird. 2013 zeigte der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im „Interview ohne Worte“ den Mittelfinger, als er auf spöttelnde Spitznamen – wie Pannen-Peer oder Problem-Peer – angesprochen worden war.

2016 zeigte der damalige SPD-Parteichef Sigmar Gabriel rechten Demonstranten den Mittelfinger, die ihn massiv beschimpften. Gabriel verteidigte später seine Geste, er bereue lediglich, nicht beide Hände benutzt zu haben.

Weiterlesen: Jusos verteidigen Sigmar Gabriel mit „Stinkefinger“-Bild

In der Rubrik „Sagen Sie jetzt nichts“ antworten Prominente gestisch und mimisch auf Fragen. Die Fotointerviews erscheinen im SZ-Magazin, der wöchentlichen Beilage der Süddeutschen Zeitung sowie auf seiner Internetseite.