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14.02.2018, 14:16 Uhr LUFTVERSCHMUTZUNG IN DEN STÄDTEN

Gratis-ÖPNV: Wenn es doch nur so einfach wäre

Kommentar von Manuel Glasfort

Kann kostenloser ÖPNV zu saubererer Luft in den Städten beitragen? Das glaubt die Bundesregierung. Foto: dpaKann kostenloser ÖPNV zu saubererer Luft in den Städten beitragen? Das glaubt die Bundesregierung. Foto: dpa

Osnabrück. Die Idee klingt gut: Warum nicht den öffentlichen Nahverkehr komplett über Steuern finanzieren und für Nutzer kostenlos machen? Die Pendler würden massenhaft vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen; die Städte wären weniger verstopft, die Luft sauberer – so die Annahme der Bundesregierung. Wenn es nur so einfach wäre.

Sicherlich dürfte mancher Pendler das Auto öfter stehen lassen und den Weg zur Arbeit mit Bus und Bahn zurücklegen, müsste er dafür nicht mehr zahlen. Aber eine nennenswerte Zahl würde wohl nicht wechseln. Denn die Kosten sind nur einer von mehreren Faktoren bei der Wahl des Verkehrsmittels. Und tatsächlich ist ein Monatsabo für den subventionierten ÖPNV ja bereits heute oft günstiger, als täglich den Wagen hin und her zu bewegen.

Doch das Auto bringt nun mal ein Maximum an Komfort und Flexibilität mit sich. Etwas später aus dem Haus gekommen? Auf dem Rückweg vom Büro noch ein Abstecher zum Supermarkt? Kein Problem. So stark müsste das ÖPNV-Netz erst mal ausgebaut werden, um diese Vorteile auch für Vorort- und Dorfbewohner aufzuwiegen. Zudem würde kostenloser ÖPNV einen Anreiz nehmen, in radelbarer Entfernung zum Arbeitsplatz zu wohnen.

Wie also die Stadtluft sauberer machen? Der ÖPNV kann ein Baustein bei der Lösung sein – ein Allheilmittel ist er nicht.


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