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13.02.2018, 16:13 Uhr KOMMENTAR

Wiederaufbauhilfen für den Irak: Gewinn für alle

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

In Schutt und Asche: Nach dem jahrelangen Krieg gegen die Terrormiliz IS liegt im Irak nicht nur Millionenstadt Mossul in Trümmern (Foto vom Juli 2017). Milliardenhilfen sind nötig, um das Land wieder aufzubauen. Foto: dpaIn Schutt und Asche: Nach dem jahrelangen Krieg gegen die Terrormiliz IS liegt im Irak nicht nur Millionenstadt Mossul in Trümmern (Foto vom Juli 2017). Milliardenhilfen sind nötig, um das Land wieder aufzubauen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Irak liegt in Trümmern, und nur mit internationaler Hilfe wird das Land wieder auf die Beine kommen. Dazu sind Milliardenzahlungen nötig. Investitionen, die sich am Ende für alle Beteiligten auszahlen werden.

Wer sich zum Beispiel Fotos der zerstörten Millionenstadt Mossul ansieht, ahnt bereits: Alleine wird der Irak den Wiederaufbau niemals schaffen. Das Land liegt nach dem Kampf gegen den IS in Trümmern, Hunderttausende Wohnhäuser sind zerstört, Kliniken, Schulen, Fabriken, die gesamte Infrastruktur. Geschätzte 71 Milliarden Euro sind nötig, um Schäden zu beheben, und nicht grundlos bittet Ministerpräsident Haider al-Abadi derzeit bei einer Geberkonferenz in Kuwait um internationale Hilfe. Hoffentlich wird die Bitte erhört.

Denn von Investitionen in den Irak würden alle profitieren. Zuerst die Iraker, insbesondere die zweieinhalb Millionen Binnenflüchtlinge, die derzeit in erbärmlichen Lagern hausen müssen. Und auch die irakischen Flüchtlinge in aller Welt. Allein in Deutschland leben zurzeit 100000 Menschen aus dem Irak. Wird Teilen von ihnen in ihrer Heimat bald eine neue Perspektive geboten, mindert das auch hierzulande den Druck.

Darüber hinaus gilt es, den Irak und die Region insgesamt wieder zu stabilisieren. Wäre das Land 2014 nicht durch jahrzehntelange Auseinandersetzungen, Misswirtschaft und Korruption strukturell geschwächt gewesen, hätten die Schlächter des IS nicht in dem Maße wüten können. Jedes Engagement, das zur Stabilität beiträgt, dient der Terrorprävention. Und daran sollte die ganze Welt ein Interesse haben.


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