Flensburgs Oberbürgermeisterin SPD-Bundesvorsitz: Simone Lange tritt gegen Andrea Nahles an

Von Carlo Jolly

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange will für den Vorsitz der Bundes-SPD und damit gegen die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles kandidieren. Das Foto zeigt sie bei einem Auftritt 2015. Foto: dpaFlensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange will für den Vorsitz der Bundes-SPD und damit gegen die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles kandidieren. Das Foto zeigt sie bei einem Auftritt 2015. Foto: dpa 

Flensburg. Überraschender Personalvorschlag aus dem hohen Norden: Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange will für den Vorsitz der Bundes-SPD und damit gegen die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles kandidieren. Das geht aus einem Brief der 41-Jährigen an den SPD-Bundesvorstand hervor, der dem Flensburger Tageblatt vorliegt.

„Ich werbe für eine Basiskandidatur und möchte den Mitgliedern wieder eine Stimme geben und sie an diesem Entscheidungsprozess ernsthaft beteiligen“, erklärte Lange, die nach vier Jahren für die SPD im Kieler Landtag seit einem Jahr Oberbürgermeisterin in Flensburg ist:

„Ich möchte der SPD eine Wahl ermöglichen. Das wäre ein erster Schritt, den Mitgliedern wieder das Gefühl zu geben, dass sie es sind, die die Stimmung und die Richtung der Partei bestimmen.“ Dies sei ein erster Schritt, die SPD wieder zu dem zu machen, was sie einst war: eine stolze Partei der sozialen Gerechtigkeit, schreibt Lange weiter.

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„Ich habe mich daher entschlossen, mich für das Amt der Bundesvorsitzenden zu bewerben. Viele haben mich dazu ermutigt, andere haben mich auf das hingewiesen, was daraus folgen kann. All denen möchte ich an dieser Stelle noch einmal danken. Ich bin überzeugt davon, dass dieser Schritt jetzt notwendig ist, denn mutige Politik braucht mutige Entscheidungen“, so die SPD-Politikerin am Montagabend.

Noch am Sonntag hatte Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner darum geworben, die Personaldiskussionen zu beenden. „Ich kann das Gefühl der Ohnmacht vieler Mitglieder gegenüber denen, die in Berlin Entscheidungen treffen, ohne die Basis einzubeziehen, sehr gut nachvollziehen“, schreibt dagegen die Flensburger Oberbürgermeisterin.

Das Amt der Bundesvorsitzenden der SPD sei von weitreichender Bedeutung für die Partei und das gesamte Land und dürfe nicht von einer kleinen Gruppe intern festgelegt werden. Lange: „Eine Einzel-Kandidatur, die ohne große Diskussion durchgewunken wird, kann kein Zeichen für einen Aufschwung oder einen Neuanfang sein.“

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