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12.02.2018, 17:17 Uhr KOMMENTAR ZU SÜDAFRIKA

Das Versagen der Freiheitskämpfer

Kommentar von Michael Clasen

Es brodelt in der Regierungspartei ANC: Präsident Jacob Zuma soll vorzeitig von seinem Amt zurücktreten, fordern wichtige Funktionäre. Foto: dpaEs brodelt in der Regierungspartei ANC: Präsident Jacob Zuma soll vorzeitig von seinem Amt zurücktreten, fordern wichtige Funktionäre. Foto: dpa

Osnabrück. Es ist für Südafrika eine Ära der verlorenen Jahre gewesen, die Regentschaft von Präsident Jacob Zuma. Seine Tage an der Macht sind gezählt. Vize-Präsident Cyril Ramaphosa steht als Nachfolger parat.

Ob damit aber Korruption und Missmanagement enden, ist fraglich. Die Funktionäre des ANC sind längst nicht Teil einer Lösung, sondern Hauptakteure einer verkrusteten Vetternwirtschaft. Statt Umsicht und Vernunft herrschen Raffgier und Skrupellosigkeit. Symptomatisch für das Versagen der Eliten stehen die weißen Elefanten. So werden die Stadien genannt, die für die Fußball-WM 2010 gebaut wurden und heute Investitionsruinen sind.

Dabei hat das Land Chancen ohne Ende

Dabei hat das Land Chancen ohne Ende. Es ist nicht nur reich an Bodenschätzen wie Gold und Platin. Es verfügt auch über eine solide Chemie- und Autobranche. Weinbau und Safari-Tourismus sind weitere Einnahmequellen, die das Land zu einem der wichtigsten Wirtschaftsakteure in Afrika machen.

Dennoch liegt die Arbeitslosenquote bei mehr als 25 Prozent. Hinzu kommen hohe Kriminalitätsraten und eine in den Elendssiedlungen grassierende Drogen- und Aidsproblematik. Die Apartheid hat der ANC überwunden. Das war heldenhaft. Doch im Kampf gegen die Kluft zwischen Arm und Reich haben die politischen Erben von Nelson Mandela versagt.


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