Unterstützung von Deutschland Wiederaufbau des zerstörten Iraks kostet Milliarden

Von dpa


Bagdad. Im Dezember verkündete der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi das Ende des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Doch unter den Folgen des Konflikts wird das Land noch lange leiden, sind doch große Teile vor allem im Norden und Westen zerstört.

Zum Beispiel die Altstadt der früheren IS-Hochburg Mossul: Über Monate leisteten die IS-Kämpfer hier Widerstand. Kämpfe, Bomben, Artillerie und Luftangriffe haben die Altstadt so zerstört, dass die meisten Häuser nur noch abgerissen werden können.

Die Weltbank schätzt, dass für den Wiederaufbau in den nächsten fünf Jahren mehr als 70 Milliarden Euro gebraucht werden, allein fast ein Fünftel davon für den Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser. Erst einmal geht es darum, die lebensnotwendigste Infrastruktur wie Wasser, Strom und Gesundheitsversorgung wiederherzustellen. Noch immer sind den UN zufolge rund 2,5 Millionen Iraker im eigenen Land vertrieben.

Kredit für Erneuern der Infrastruktur

Deutschland gehört zu den größten internationalen Gebern und beteiligt sich etwa in Mossul am Wiederaufbau des Trinkwassernetzes und eines Krankenhauses. Im Februar 2017 hatten die Förderbank KfW und der Irak auch ein Abkommen über einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro unterzeichnet, um die Infrastruktur instandzusetzen.

Eigentlich ist der Irak mit seinen riesigen Ölvorräten ein reiches Land. Doch der niedrige Ölpreis und die weit verbreitete Korruption stehen einem schnellen Wiederaufbau im Weg. Gelder verschwinden in dunklen Kanälen. Schon vor dem Vormarsch des IS im Sommer 2014 litt das Land etwa unter massivem Strommangel.

Beobachter sind sich einige, dass der IS nur dauerhaft besiegt werden kann, wenn auch die Infrastruktur schnell wiederaufgebaut wird, vor allem in den sunnitischen Gebieten. Die Minderheit der Sunniten fühlt sich von der Mehrheit der Schiiten diskriminiert und vernachlässigt, was dem Vormarsch der IS-Extremisten damals den Boden bereitete.