Appell nach Schulz-Rückzug Oppermann: SPD muss zerstörerische Diskussionen beenden

Von Beate Tenfelde

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) warnt seine Partei v „zerstörerischen Diskussionen“. Foto:dpaBundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) warnt seine Partei v „zerstörerischen Diskussionen“. Foto:dpa

Osnabrück. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) hat seine Partei nach dem Verzicht von Martin Schulz auf das Außenamt zu Besonnenheit aufgerufen.

„Ich appelliere an alle, die zerstörerischen Personaldiskussionen sofort zu beenden“, sagte der frühere SPD-Fraktionschef unserer Redaktion. Er forderte dazu auf, bis zum 3. März nur noch über die inhaltlichen Punkte des Koalitionsvertrages zu reden. „Nur die entscheiden darüber, ob wir in die Regierung gehen oder nicht“, mahnte Oppermann. Am 3. März endet das Mitgliedervotum, bei dem die SPD-Basis über die Bildung einer Großen Koalition abstimmt.

Schulz hatte zuvor erklärt, er sehe durch die Diskussion um seine Person den positiven Ausgang des SPD-Mitgliedervotums gefährdet. Die Ankündigung des scheidenden Parteichefs , das Außenministerium übernehmen zu wollen, hatte für erhebliche parteiinterne Kritik gesorgt. Amtsinhaber Sigmar Gabriel hatte Schulz angesichts seines drohenden Endes als Außenminister Wortbruch vorgeworfen.

Gabriel hatte vergangenes Jahr zugunsten von Schulz auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur verzichtet, um Außenminister zu werden. Es wird seither kolportiert, dass Schulz ihm damals für den Fall einer neuen Großen Koalition versprochen hat, dass er das Außenamt behalten darf. Schulz will nun selbst Außenminister werden.