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08.02.2018, 17:45 Uhr REKORD IM AUßENHANDEL

Exportboom: Wird Trump zum Spielverderber?

Kommentar von Uwe Westdörp

Exportgut Auto: Neuwagen von Volkswagen in den Türmen der Autostadt am VW-Werk in Wolfsburg. Foto: dpaExportgut Auto: Neuwagen von Volkswagen in den Türmen der Autostadt am VW-Werk in Wolfsburg. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschlands Außenhandel ist weiter auf Rekordkurs: Die Exporte legten 2017 kräftig zu und erreichten mit knapp 1,3 Billionen Euro einen neuen Höchstwert. Die Chancen auf weiteres Wachstum sind gut - allerdings gibt es auch etliche Risikofaktoren. Ein Kommentar.

Fast hat man sich schon daran gewöhnt: Die Werte deutscher Exporte brechen Rekord um Rekord. Schon viermal hintereinander hat es neue Bestmarken gegeben. Und auch im laufenden Jahr geht es weiter nach oben. Made in Germany ist so gefragt wie nie.

Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht für Millionen von Beschäftigten. Schließlich hängt etwa jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland am Export, in der Industrie ist es sogar jeder zweite. Aber natürlich dürfen sich auch Unternehmer, Anteilseigner und der Finanzminister freuen. Denn der Exportboom spült Milliarden von Euro in ihre Kassen. Und nebenbei straft er alle Lügen, die permanent mahnen, Deutschlands falle in seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit zurück. Das ist trotz steigender Löhne ganz offensichtlich nicht der Fall.

Gefahr für die Exportwirtschaft droht aber von anderer Seite. So ist nicht abzusehen, welche Auswirkungen der Austritt Großbritanniens aus der EU haben wird. Zudem sorgt US-Präsident Donald Trump für große Unsicherheit. Der bisherige Freihandel ist ihm ein Dorn im Auge. Stattdessen will er neue Verträge nach seinem Motto „Amerika zuerst.“ Das verheißt nichts Gutes. Auf erste Produkte haben die USA bereits Strafzölle verhängt – weitere dürften schon bald folgen und könnten auch deutsche Unternehmen treffen.