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08.02.2018, 17:19 Uhr KOMMENTAR

Die Opposition kann sich freuen

Kommentar von Burkhard Ewert

Der gescheiterte SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz will neuer Außenminister werden. Noch-Minister Sigmar Gabriel hat seine Termine der nächsten Wochen abgsagt. Foto: dpaDer gescheiterte SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz will neuer Außenminister werden. Noch-Minister Sigmar Gabriel hat seine Termine der nächsten Wochen abgsagt. Foto: dpa

Osnabrück. Auch einen Tag später lässt sich dem Finale der Koalitionsverhandlungen kaum Gutes abgewinnen, außer vielleicht dieses: Der Opposition rollt die sich bildende Regierung in ihrer Schwäche einen roten Teppich aus.

Erst will er mit seiner SPD gar nicht mitregieren, dann doch, erst will er nicht ins Kabinett, dann bootet er den beliebtesten Vertreter seiner Partei aus, um sich nicht daran zu halten. Damit nicht genug: Während die SPD-Mitglieder bis an verfassungsrechtliche Grenzen hinan basisdemokratisch über den Koalitionsvertrag befinden sollen, ruft Schulz ausgerechnet für den Vorsitz der altehrwürdigen SPD mal eben Andrea Nahles im Alleingang aus. Hatte er nicht selbst einmal versprochen, die SPD erneuern zu wollen? Das will zwar auch keiner mehr, aber wenn er es nicht schafft, warum geht er nicht ganz? Erbärmlich.

Welche Richtlinien?

Die CDU gibt kein besseres Bild ab. Nach den Inhalten gibt sie die Posten preis – auch den mit der schwarzen Null. Das lässt sich nicht mit einem Verweis auf die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin schönreden. Welche Richtlinien denn auch? Offene Grenzen zum Ärger halb Europas und zum Schaden der Union?

Auch einen Tag später lässt sich dem Finale der Koalitionsverhandlungen kaum Gutes abgewinnen, außer vielleicht dieses: Der Opposition rollt die sich bildende Regierung in ihrer Schwäche einen roten Teppich aus. Deutschland steht politisch vor einer spannenden Zeit.

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