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08.02.2018, 16:10 Uhr KOMMENTAR

Nur Vernunft kann globale Kriegsgefahren eindämmen

Kommentar von Thomas Ludwig

Vor Waffen strotzend: ein Soldat der Freien Syrischen Armee. Der Krieg in Syrien nimmt kein Ende. Foto: Str/AP/dpaVor Waffen strotzend: ein Soldat der Freien Syrischen Armee. Der Krieg in Syrien nimmt kein Ende. Foto: Str/AP/dpa

Osnabrück. Internationale Konflikte destabilisieren mehr und mehr die Weltlage. Ob am Golf oder im chinesischen Meer - mächtige politische Akteure rüsten nicht nur rhetorisch auf. Da kommt die Münchner Sicherheitskonferenz in der kommenden Woche gerade recht.

Die weltweite Sicherheitslage ist fragil wie lange nicht. Als verlässlich geglaubte Allianzen erweisen sich als brüchig. Wie im Kurdengebiet Nordsyriens stehen mit der Türkei und den USA plötzlich Nato-Partner in Gegnerschaft. Wenn dann noch, wie soeben geschehen, US-Soldaten Truppen des Assad-Regimes bombardieren, die von Russland unterstützt werden, so ist die Lage endgültig von einer Brisanz, die Anlass für größte Sorgen gibt. Nicht nur in Syrien.

Gefahr der nuklearen Konfrontation

Im Jahr 2018 scheint ein Krieg größeren Ausmaßes gleichsam aus Nachlässigkeit - zum Beispiel auch infolge des Absturzes einer nordkoreanischen Übungsrakete über Japan - nicht ausgeschlossen. Die Gefahr einer nuklearen Konfrontation mit Nordkorea ist längst nicht mehr nur theoretisch.

Ob auf der koreanischen Halbinsel oder im ostchinesischen Meer, ob in Osteuropa oder am Golf – eine einzige falsche Entscheidung droht eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, an deren Ende gar militärische Schwergewichte aufeinandertreffen könnten. Vorerst werden deren Akteure sich woanders begegnen, nämlich Ende nächster Woche bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Gäbe es sie nicht, müsste man sie angesichts der Weltlage erfinden. Als Forum der Vertrauensbildung trägt sie hoffentlich dazu bei, dass bei aller harschen Rhetorik die Vernunft bei den internationalen Akteuren die Oberhand behält.

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