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08.02.2018, 16:01 Uhr MAGERER GEWINN

Warum die Commerzbank noch einen weiten Weg vor sich hat

Kommentar von Marion Trimborn

Die Commerzbank ist nur noch Mieter in dem mächtigen Turm in Frankfurt am Main. Foto: dpaDie Commerzbank ist nur noch Mieter in dem mächtigen Turm in Frankfurt am Main. Foto: dpa

Osnabrück. Tafelsilber verkauft, keine Dividende gezahlt und trotzdem nur ein Mini-Gewinn - die Commerzbank hat zu kämpfen. Der Umbau geht immer noch zu langsam voran. Sollte die Bank ihr Tempo nicht erhöhen, könnte sie zum Übernahmekandidaten werden. Ein Kommentar

Zehn Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise hat die Commerzbank immer noch nicht die Kurve gekriegt. Den zweiten mageren Gewinn in Folge schaffte die zweitgrößte Privatbank Deutschlands nur mit einem Trick: Sie verscherbelte Tafelsilber und ist jetzt nur noch Mieter in dem markanten Turm in der Frankfurter Innenstadt. Solch ein Verkauf wirkt immer wie eine Verzweiflungstat - und belastet für die Zukunft.

Die Bank, die in der Krise vom Staat gerettet wurde, schrumpft sich weg von der Internationalität, aber sie ist dabei zu langsam. So bilden die milliardenschweren faulen Schiffskredite immer noch eine drückende Altlast. Mit aggressiven Werbemaßnahmen wie einem Begrüßungsgeld gewinnt „die Bank an Ihrer Seite“, so der Slogan, zwar neue Kunden - doch das ist teuer. Wer sagt, dass diese Kunden auch bleiben? Die Strategie des Wachsens um jeden Preis könnte grandios scheitern, sollten die Zinsen nicht bald wieder steigen - wonach es nicht aussieht.

Insgesamt hinkt die Commerzbank der ausländischen Konkurrenz hinterher, die längst wieder Milliarden verdient. Falls sich das nicht ändert, geht die Bank geschwächt in den nächsten Wirtschaftsabschwung - und könnte als Übernahmekandidat enden.


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