Gabriel, Wanka und Co. Groko-Verlierer: Wen erwischt’s bei der Kabinettsbildung?

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Was wird eigentlich aus Sigmar Gabriel? Foto: dpaWas wird eigentlich aus Sigmar Gabriel? Foto: dpa 

dpa/lod Berlin. Bei einigen ist noch offen, ob sie wieder ins Kabinett einziehen dürfen oder können, bei einigen ist es schon klar, dass sie nicht mehr dürfen oder nicht mehr wollen. Wen hat es – wie auch immer – erwischt?

Sigmar Gabriel (SPD): Parteivorsitzender, Wirtschaftsminister, Außenminister und Vizekanzler war einmal. Zuerst ging vor einem Jahr der Parteivorsitz an Martin Schulz verloren. Den Stern des Vizekanzlers verlor er zwar nicht, aber dieser verblasste zusehends. Neuen Auftrieb bekam Gabriel, als er das Auswärtige Amt vom heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier übernahm. Und nun? Auf dem Zettel der neuen SPD-Führung steht er zumindest für ein Ministeramt absehbar nicht mehr. Das dürfte sowohl für den scheidenden Parteichef Schulz als auch für die mögliche Nachfolgerin Andrea Nahles gelten. Zu beiden ist sein Verhältnis nicht sonderlich gut.

Martin Schulz (SPD): Schon nach einem Jahr auf der Berliner Bühne ist das strahlende Licht des ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten deutlich matter geworden. Letztlich wird er wohl für seine Verrenkungen, die SPD aus der selbstgewählten Opposition wieder herausgeholt zu haben und zu einem Koalitionspartner für CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer zu machen, mit dem Amt des Außenministers entlohnt. Wohl um dieses abzusichern und beim anstehenden Mitgliedervotum keine Überraschung erleben zu müssen, will er den Parteivorsitz an SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles abtreten. Letztlich gibt es keine Garantie, dass das Manöver klappt.

Christian Schmidt (CSU): Hat möglicherweise seinen Kabinettsjob in dem Moment verloren, da sein Parteichef Horst Seehofer den Deal mitmachte, das Agrarministerium abzugeben, um das künftig CSU-eigene Innenministerium auszubauen. Auf derzeit kursierenden Listen der CSU-Kabinettsmitglieder taucht Schmidt bisher jedenfalls nicht auf. Freiwillig dürfte das nicht so sein. Er hatte durchaus signalisiert, gern weitermachen zu wollen - und mit seinem umstrittenen Ja zu einer weiteren EU-Zulassung des Unkrautgifts Glyphosat ein Ausrufezeichen der speziellen Art gesetzt - gegen Abstimmungsregeln der Regierung.

Thomas de Maizière (CDU): Offenbar wollte er sich nicht mehr in das Personalgezerre begeben. Er hatte dem Vernehmen nach schon vor einigen Wochen seinen Rücktritt angeboten. Und als er nun sah, dass das Innenressort an die CSU ging, räumte er freiwillig den Platz, so wie ihn seine Kanzlerin kannte und schätzte.

Johanna Wanka (CDU): Auch bei der Mathematikprofessorin und politische Quereinsteigerin hatte sich wohl bald abgezeichnet, dass das Ressort Bildung und Forschung neu vergeben werden sollte.

Alexander Dobrindt (CSU): In der vergangenen Legislatur war er Verkehrsminister. Danach hatte er signalisiert, lieber Landesgruppenchef bleiben zu wollen. Während Markus Söder in München den CSU-Vorsitz übernehmen könnte, würde Dobrindt in Berlin bleiben. Als CSU-Gruppenchef im Bundestag flankiere er dann den geplanten Innenminister Horst Seehofer.

Jens Spahn (CDU): Er wurde schon als möglicher Minister gehandelt, doch bislang ist er nicht unter den genannten Kandidaten. Doch der bisherige Finanz-Staatssekretär sei für einen Posten durchaus noch im Gespräch, hat Angela Merkel angedeutet. Neben den Ministerien für die CDU hat die Kanzlerin auch noch drei Staatsministerposten zu vergeben: im Kanzleramt, für Kultur und Medien sowie für Migration, Flüchtlinge und Integration. Vielleicht kann sich der als ambitioniert geltende Merkel-Kritiker einen dieser Posten sichern.


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