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07.02.2018, 18:15 Uhr KOMMENTAR

Kinder als Armutsrisiko: Beschämende Realität

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Auch wenn es viele in einem der reichsten Länder der Erde nicht erwarten: Kinder sind in Deutschland immer noch ein großes Armutsrisiko.

Laut aktueller Bertelsmann-Studie liegt die Wahrscheinlichkeit für Alleinerziehende sogar bei 68 Prozent. Trotz sprudelnder Steuereinnahmen und Wirtschaftsboom.

Man hätte erwarten können, dass eine Partei, die für soziale Politik stehen will, und zwei Parteien, die die Familie über alles andere setzen, daran etwas ändern wollten. Danach sieht es aber erst mal nicht aus. Die Familienförderung geht zum Teil komplett an der Lebensrealität von Alleinerziehenden vorbei. Was nützt eine Bauförderung, wenn eine Mutter nicht einmal weiß, wie sie die Kosten für ein neues Auto stemmen soll, das sie eigentlich bräuchte, um zur Arbeit zu fahren? Was sollen ihr Zuschüsse beim Hausbau helfen?

Es ist höchste Zeit, mehr gegen Familienarmut zu tun. Eine Voraussetzung für ein sicheres Einkommen ist der Ausbau flexibler Betreuungsmöglichkeiten. Das aktuell geforderte „Teilhabegeld“ würde ebenfalls helfen, in das mehrere parallele Sozialleistungen einfließen könnten. Auch wenn das nicht im Koalitionsvertrag steht: Es ist zu hoffen, dass sich eine mögliche Groko dieses Problems endlich annehmen wird. Einen besseren Zeitpunkt gibt es nicht.


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