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07.02.2018, 17:56 Uhr BGH-URTEIL

Miet-Nebenkosten: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Kommentar von Marion Trimborn

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat erneut die Rechte von Mietern gestärkt. Foto: dpaDer Bundesgerichtshof (BGH) hat erneut die Rechte von Mietern gestärkt. Foto: dpa

Osnabrück. Die „zweite Miete“ mit Neben- und Heizkosten birgt für Mieter oft böse Überraschungen. Überzogene Nachzahlungsforderungen landen immer wieder vor Gericht. Gut, dass der Bundesgerichtshof nun die Rechte von Mietern gestärkt hat. Ein Kommentar

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Rechnungen stimmen müssen. Für Heizkostenabrechnungen gilt das oft nicht. Da flattert einem Mieter eine Nachzahlung von 9000 Euro ins Haus, ein ander soll einen großen Teil der Heizkosten eines Mehrfamilienhauses alleine tragen. Einzelfälle sind das nicht: Jede dritte Heizkostenabrechnung ist laut Verbraucherzentralen falsch. Der Mieterbund schätzt gar, dass jede zweite Betriebskostenabrechnung nicht korrekt, unplausibel oder unvollständig ist. Und das im Mieterland Deutschland, in dem 57 Prozent der Bürger zur Miete wohnen.

Es geht um richtig viel Geld: Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung fallen im Schnitt 800 Euro Heizkosten im Jahr an, man spricht bei Nebenkosten auch von der zweiten Miete. Vertrauen ist daher gut, Kontrolle ist besser - also Rechnungen prüfen und Belege aufbewahren.

Gut, dass der Bundesgerichtshof die Rechte der Mieter gestärkt hat. Sie sind in Metropolen wegen steigender Mieten und Wohnungsknappheit eh unter Druck. Doch das Thema bleibt problematisch. Nur fünf bis sechs Ablesedienste dominieren den Markt, was schon vom Bundeskartellamt untersucht wurde. Der Vermieter beauftragt diese Messunternehmen und ihm ist ziemlich egal, was nachher rauskommt. Zudem hängen die Heizkosten vom Sanierungszustand des Gebäudes ab - und darauf hat der Mieter nun wahrlich keinen Einfluss.


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