„Der Bund muss handeln“ Grüne: Keimfunde in Niedersachsen ein Weckruf

Von Beate Tenfelde

Grünen -Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert Sofort-Maßnahmen gegen  multiresistente Keine in niedersächsischen Badeseen. Foto:dpaGrünen -Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert Sofort-Maßnahmen gegen multiresistente Keine in niedersächsischen Badeseen. Foto:dpa

Osnabrück. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat nach dem Nachweis antibiotika-resistenter Keime in niedersächsischen Gewässern die Bundesregierung umgehend zum Handeln aufgefordert.

„Ich frage mich, wie viele Weckrufe noch notwendig sind,“ sagte Göring-Eckardt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Reserveantibiotika seien für schwer kranke Menschen überlebensnotwendig. In der Tierhaltung hätten sie nichts zu suchen. „Dass Deutschland in EU-weiten Vergleichen noch immer als Großverbraucher auffällt, zeigt, dass das Thema beim Landwirtschaftsministerium bisher in den denkbar schlechtesten Händen war. Ohne eine echte Agrarwende kommen wir hier nicht weiter“, erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende.

In Niedersachsen waren bei stichprobenartigen Untersuchungen von Gewässern antibiotika-resistente Keime gefunden worden. Reporter des NDR hatten an insgesamt zwölf Stellen in dem Bundesland Proben genommen - unter anderem an Badeseen, Flüssen und Bächen. Sie füllten Wasser in sterile Flaschen ab und ließen es in Labors testen. Ergebnis: An allen untersuchten Orten - darunter auch zwei Badestellen - waren den Angaben zufolge sogenannte multiresistente Erreger nachweisbar. Solchen Keimen können einige Antibiotika nichts mehr anhaben, die daran Erkrankten sind besonders schwer zu behandeln.