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06.02.2018, 17:22 Uhr DURCHBRUCH IN METALLINDUSTRIE

Vorbildlicher Tarifabschluss: Metaller weisen den Weg

Kommentar von Uwe Westdörp

Per Handschlag besiegelt: der Abschluss im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Südwest.. Foto: dpaPer Handschlag besiegelt: der Abschluss im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Südwest.. Foto: dpa

Osnabrück. Mehr Geld oder mehr Freizeit lautet die Wahl für immer mehr Beschäftigte. Die IG Metall hat den Trend erkannt und einen innovativen Tarifabschluss mit flexiblen Arbeitszeiten gezimmert. Aber auch die Arbeitgeber profitieren von der Einigung im Südwesten. Ein Kommentar.

IG Metall und Metall-Arbeitgeber in Baden-Württemberg haben einen zukunftsweisenden Tarifabschluss erzielt. Auf ebenso komplexe wie kluge Weise ist es ihnen gelungen, die verschiedenen Interessen geschickt auszubalancieren und zugleich einen tariflichen Meilenstein zu setzen: Ihre Reform der Arbeitszeiten verschafft beiden Seiten deutlich mehr Flexibilität – eine klassische Win-win-Situation.

Arbeitnehmer können nun vorübergehend kürzertreten, die Arbeitgeber dürfen zum Ausgleich einen anderen Teil der Belegschaft länger arbeiten lassen. Dieser Kompromiss trägt sowohl den ökonomischen Notwendigkeiten der boomenden Branche Rechnung als auch den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiter, die sich mehr Zeit für die Familie wünschen. Ein solcher Einstieg in ein modernes Arbeitszeitmodell ist vorbildlich.

Auch bei der Entlohnung haben die Tarifpartner einen guten Kompromiss gefunden. Zwar bedeuten 4,3 Prozent mehr Lohn und die vereinbarten regelmäßigen Zusatzzahlungen auf den ersten Blick eine erhebliche Kostenbelastung. Doch gilt der Tarifvertrag für 27 Monate. Das bedeutet Planungssicherheit für einen überdurchschnittlich langen Zeitraum. Das Geben und Nehmen hält sich alles in allem die Waage.