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04.02.2018, 15:37 Uhr KOMMENTAR

Düstere Aussichten: Mangel an Pflegern, hohe Belastung

Kommentar von Stefanie Witte

Das Thema Pflege muss endlich ganz nach oben auf die politische Agenda rücken. Foto: dpaDas Thema Pflege muss endlich ganz nach oben auf die politische Agenda rücken. Foto: dpa

Osnabrück. Der Pflege in Deutschland geht es schlecht und die Aussichten sind düster. Personal fehlt – und echte Lösungen gibt es bislang nicht.

Allein in Niedersachsen könnten bis 2030 mehr als 50000 Mitarbeiter in der Altenpflege fehlen. Daran werden wohl auch hier ein bisschen mehr Gehalt und da ein paar zusätzliche Stellen nichts ändern. In der vergangenen Legislatur sollte es der sogenannte „Einheitspfleger“ richten. Die Annahme: Wenn Kranken-, Alten- und Kinderpfleger künftig gemeinsam ausgebildet werden, wird der Job attraktiver und es gibt mehr Fachkräfte auf dem Markt. Aber warum sollte sich jemand nach der Ausbildung mit Altenpflege abgeben, wenn er im Krankenhaus mehr Geld bekommt und bessere Aufstiegsmöglichkeiten hat?

Außerdem: Bislang geht es vor allem um den Nachwuchs, aber was ist mit denjenigen, die den Knochenjob nach Jahren höchster Belastung nicht mehr machen können? Die bleiben weiterhin auf der Strecke. Leitungsposten gibt es nicht unbegrenzt, weniger belastende Jobs im gleichen Bereich auch nicht.

Und dann sind da noch die Pflegebedürftigen, die beim Grad ihrer Hilfsbedürftigkeit vielfach zu niedrig eingestuft werden. Ausbaden müssen das nicht nur die Betroffenen, sondern auch Pfleger, die dann eben unbezahlt länger helfen. Das erhöht den Druck aufs System weiter. Es gibt nur eine Lösung: Das Thema muss endlich ganz nach oben auf die politische Agenda rücken.


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