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75. Jahrestag Russland erinnert an Ende der Schlacht um Stalingrad

Von dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin (M), nimmt an einer Zeremonie an der Mutter-Heimat-Statue in Wolgograd teil. Foto: Maxim Shemetov/Pool ReutersDer russische Präsident Wladimir Putin (M), nimmt an einer Zeremonie an der Mutter-Heimat-Statue in Wolgograd teil. Foto: Maxim Shemetov/Pool Reuters

Wolgograd. Stalingrad 1943 steht bis heute für eine der schlimmsten Schlachten der Geschichte - und für die Wende im Zweiten Weltkrieg. 75 Jahre später mahnt der russische Präsident Putin sein Volk, sich an den Heldentaten von damals ein Beispiel zu nehmen.

Mit Gedenkfeiern und einer Militärparade hat Russland an das Ende der Schlacht um Stalingrad vor 75 Jahren im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Präsident Wladimir Putin rief seine Landsleute auf, „sich an den Taten der Väter und Großväter ein Beispiel zu nehmen“. Das Land habe sich damals als „unbezwingliche Festung“ erwiesen und die Faschisten abgewehrt, sagte er in der heute Wolgograd genannten Stadt. Am Fuß der 85 Meter hohen Monumentalstatue der Mutter Heimat legte Putin einen Kranz und rote Rosen auf einem Grabmal für sowjetische Soldaten nieder.

Die Schlacht um Stalingrad mit Hunderttausenden Toten leitete 1942/43 die Wende im Weltkrieg ein. Erst hatten die deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten die Rote Armee in der Wolgastadt belagert, dann kesselten sowjetische Truppen die Deutschen ein. Die letzten Wehrmachtssoldaten kapitulierten am 2. Februar 1943. Zehntausende gerieten in Gefangenschaft, nur wenige kehrten in die Heimat zurück.

Bei der Militärparade in Wolgograd sahen etwa 30 000 Menschen, darunter Kriegsveteranen, den Vorbeimarsch von 1400 Soldaten, wie die Agentur Tass meldete. Die russischen Streitkräfte zeigten hochmoderne Waffen wie die Luftabwehrsysteme S-400 und Iskander, die Mehrfachraketenwerfer Smertsch und Tornado.

Als Zeichen der Versöhnung nach dem Krieg haben Russen und Deutsche in den vergangenen Jahrzehnten große Soldatenfriedhöfe bei Wolgograd angelegt. Allein in der deutschen Kriegsgräberstätte Rossoschka sind die Namen von 25 000 Toten eingraviert. Noch immer werden in Wolgograd sterbliche Überreste von Soldaten beider Seiten gefunden und beigesetzt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow verwahrte sich unterdessen gegen angebliche Versuche anderer Länder, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben und die Bedeutung des sowjetischen Sieges zu schmälern. Das Andenken an die sowjetischen Befreier solle geschwärzt, die Nazis und ihr Anhang sollten dagegen reingewaschen werden, sagte Lawrow bei einer Gedenkveranstaltung seines Ministeriums in Moskau. Er bezog dies unter anderem auf rechte Kräfte in der Ukraine.