Kommentar Politik muss Spagat schaffen

Von Nina Brinkmann

Alten- und Krankenpfleger sollen künftig mehr Geld verdienen. Foto: dpaAlten- und Krankenpfleger sollen künftig mehr Geld verdienen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Vorhaben von Union und SPD, unter anderem mehr Pflegekräfte einzustellen und diese besser zu bezahlen, scheint ein guter Schritt dahin zu sein, die Pflege in Deutschland wieder voranzubringen. Es ist schließlich höchste Zeit, dass etwas geschieht. Ein Kommentar

Mit Blick auf die immer älter werdende Bevölkerung werden künftig mehr Menschen auf Pflegekräfte angewiesen sein. Das ist eine Entwicklung, die sich bereits seit Jahrzehnten angedeutet hat. Doch nun muss das Beste aus der Situation gemacht werden.

Jedoch brauchen diese geplanten Änderungen ihre Zeit. Woher sollen plötzlich die 8000 Fachkräfte herkommen, die durch ein Sofortprogramm eingestellt werden sollen? Schließlich dauert es, bis neue Fachkräfte überhaupt erst einmal ausgebildet sind. Mit einer besseren Bezahlung können Pflegeberufe zumindest langfristig wieder attraktiver für Berufseinsteiger werden. Was die Koalitionäre aber verschweigen, ist Folgendes: Irgendjemand muss für die höheren Personalkosten im Pflegesektor aufkommen.

Es liegt nun an der Politik, einen Spagat zu schaffen. Auf der einen Seite muss Pflege bezahlbar sein. Auf der anderen Seite müssen die, welche die Pflege leisten, angemessen bezahlt werden. Ob die Beschlüsse von Union und SPD den großen Durchbruch mit sich bringen, bleibt fraglich.