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26.01.2018, 18:44 Uhr TEURER UND SPÄTER FERTIG

Stuttgart 21: Die Kontrollmechanismen fehlen

Ein Kommentar von Benjamin Havermann


Stuttgart 21 wird wieder einmal teurer. Es braucht endlich neue Kontrollmechanismen. Ein Kommentar. Symbolfoto: Larissa Schwedes/dpaStuttgart 21 wird wieder einmal teurer. Es braucht endlich neue Kontrollmechanismen. Ein Kommentar. Symbolfoto: Larissa Schwedes/dpa

Osnabrück. Stuttgart 21 wird wieder einmal teurer. Es braucht endlich neue Kontrollmechanismen. Ein Kommentar.

Die neuen Nachrichten zum Großbauprojekt Stuttgart 21 verwundern nicht. Zum wiederholten Male müssen die Verantwortlichen eine Kostensteigerung und eine verzögerte Baufertigstellung verkünden. Aus den ursprünglich angesetzten 4,5 Milliarden Euro sollen nun bis zu 8,2 Milliarden Euro werden.

Für den Steuerzahler sind diese Zahlen mehr als ärgerlich – immerhin muss er selbst bei der Verteuerung eines privaten Bauvorhabens quälende Gespräche mit seiner Hausbank führen und vielleicht sogar einen Geldstopp verkraften. Bahn, Bund und andere öffentliche Träger können sich dagegen auf Steuermilliarden verlassen.

Aber auch die nun ins Spiel gebrachte Alternative eines Bauabbruchs wäre nicht im Sinne der Bürger. Schließlich wird schon seit 2010 gebaut – das wäre nun wirklich reine Steuerverschwendung, ohne dass irgendjemand einen Nutzen hat.

Stuttgart 21 zeigt ebenso wie die Elbphilharmonie in Hamburg und der Flughafen Berlin-Brandenburg: Bei solchen Großprojekten hapert es offensichtlich an der Kontrolle durch die Politik – oder die Ministerien sind ihnen mangels Fachkenntnis und Erfahrung einfach nicht gewachsen. Warum aber beim mittlerweile dritten Fiasko dieser Art noch immer keine besseren Mechanismen entwickelt wurden, ist nicht nur unverständlich, sondern für den Bürger nur noch frustrierend.


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