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19.01.2018, 18:00 Uhr KOMMENTAR

Paris und Berlin müssen Ost-West-Spaltung der EU verhindern

Kommentar von Thomas Ludwig

Kennt keine roten Linien, nur Horizonte: Emmanuel Macron. Hier lacht Frankreichs Präsident mit Kanzlerin Angela Merkel im Elysée-Palast. Foto: F. Mori/AP/dpaKennt keine roten Linien, nur Horizonte: Emmanuel Macron. Hier lacht Frankreichs Präsident mit Kanzlerin Angela Merkel im Elysée-Palast. Foto: F. Mori/AP/dpa

Osnabrück. Für eine gedeihliche Zukunft der EU ist die enge Partnerschaft Deutschlands mit dem großen Ost-Nachbarn Polen mindestens so wichtig wie der deutsch-französische Motor im Westen der Gemeinschaft.

Zwei Weltkriege haben Deutsche und Franzosen Demut gelehrt - und die Erkenntnis, dass es besser ist, einander zum Freund zu haben denn zum Feind. Jahrzehntelang waren beide Länder treibende Kräfte der europäischen Einigung. Nun, da die Integration kein Selbstläufer mehr ist und Anfeindung erfährt, sind Paris und Berlin mehr denn je gefordert, Veränderungsimpulse zur Zukunft der EU zu geben. Das 55. Jubiläum des Elysée-Vertrags zur deutsch-französischen Freundschaft markiert dazu den rechten Zeitpunkt und sollte den politisch Verantwortlichen Auftrag sein.

Horizonte statt roter Linien

„Ich sehe nur neue Horizonte, ich habe keine roten Linien“, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in einer Rede zur Zukunft Europas. Pathos und Pragmatismus sind sein Rezept. Europa braucht beides. Deshalb sollte sich Kanzlerin Angela Merkel alsbald mehr Macron’sche Zuversicht und Tatkraft zu eigen machen.

Die deutsch-französische Partnerschaft wird sich auch daran messen lassen müssen, ob es ihr gelingt, eine Ost-West Spaltung der EU zu verhindern. Wer sich wie die möglichen Großkoalitionäre dem „Aufbruch für Europa“ verschreibt, dem muss der große Nachbar im Osten, Polen, also ebenso wichtig sein wie die Abstimmung mit dem großen Nachbarn im Westen.

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