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18.01.2018, 15:49 Uhr KOMMENTAR ZUR CSU

Bayerische Verhältnisse: Die Söder-Show

Kommentar von Katharina Ritzer

Leicht entrückt und über den Dingen schwebend, so gibt sich Markus Söder neuerdings gerne. Immerhin will der Franke bei der Landtagswahl im kommenden Jahr seinem Rivalen Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident nachfolgen. Foto: dpa/Felix HörhagerLeicht entrückt und über den Dingen schwebend, so gibt sich Markus Söder neuerdings gerne. Immerhin will der Franke bei der Landtagswahl im kommenden Jahr seinem Rivalen Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident nachfolgen. Foto: dpa/Felix Hörhager

Osnabrück. Im Herbst wird in Bayern gewählt, dann will Markus Söder (CSU) seine politische Karriere krönen und Horst Seehofer als Ministerpräsident nachfolgen. Mit dem Werben um Stimmen beginnt er schon jetzt: Er will das konservative Profil der Partei schärfen und kündigt außerdem millionenschwere Investitionen an. Mehr als das Land hat Söder bei all dem aber etwas anderes im Blick. Ein Kommentar.

Nach Jahren der berühmten „Schmutzeleien“, bei denen Markus Söder auch das uneheliche Kind von Horst Seehofer an die Medien durchgesteckt hat, ist der Franke nun am Ziel: Er wird bayerischer Ministerpräsident und Seehofer musste als Höchststrafe auch noch die Doppelspitze mit Söder loben. Keine Frage, Machtkampf kann Söder. Aber kann er auch Wahlkampf? Für welche Inhalte steht er eigentlich?

Söder hat den Aufbruch zum konservativen Wähler ausgerufen – aber war die CSU nicht seit Franz-Josef Strauß immer schon in dieser Ecke unterwegs? Ansonsten hat sich der Streit innerhalb der CSU doch noch nie um Inhalte gedreht, sondern immer nur um Personen – man denke nur an das Duell Waigel/Stoiber.

Dazu passt, dass Söder jetzt bemüht präsidial auftritt und ganz ähnlich wie Angela Merkel im Wahlkampf versucht, über den Niederungen der Tagespolitik zu schweben. Damit will er möglichst inhaltsfrei wählbar sein für jeden Bayern. Wohin diese Strategie bei Merkel geführt hat, ist bekannt.

Bei aller Kreide, die er gefressen hat, bleibt Fakt: Markus Söder hat nur ein Leib- und Magenthema, dem er alles unterordnet. Bayern? Die CSU? Die konservativen Wähler? Mitnichten, das ist am Ende alles nur Mittel zum Zweck. Und dieser Zweck heißt: Markus Söder.


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