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15.01.2018, 17:53 Uhr MINDERJÄHRIGE

Alterstests für Flüchtlinge? Schluss mit der Naivität

Von Marion Trimborn


Die Altersfeststellung für Flüchtlinge ist umstritten. Foto: dpaDie Altersfeststellung für Flüchtlinge ist umstritten. Foto: dpa

Osnabrück. Minderjährige Flüchtlinge ohne Familie erhalten in Deutschland viel Unterstützung. Das hat sich herumgesprochen und wird von einigen ausgenutzt. Der Staat darf nicht naiv sein. Ein Kommentar

Der Bürger muss das Vertrauen in den Staat und dessen Fähigkeit haben, ihn zu schützen. Vor Straftaten, aber auch vor Menschen, die den Staat ausnutzen und täuschen. Es mutet daher naiv und fahrlässig an, wie Behörden in Deutschland über falsche Angaben von Flüchtlingen hinwegsehen. Die Taten von angeblich Minderjährigen in Kandel und Freiburg sind traurige Belege für diese Ignoranz.

Wie kann es sein, dass der Staat irgendwelche Altersangaben von jungen Männern akzeptiert, die keinen Pass vorzeigen? Wer ohne Begleitung hierher kommt und jünger als 18 Jahre ist, erhält eine aufwendige und teure Betreuung mit Vormund und Wohngruppen, die rund 60 000 Euro jährlich kostet. Bei einer Straftat wird er milder bestraft, seine Chancen sind höher, im Land zu bleiben. Dass Minderjährige solche Privilegien genießen, hat sich bei denen, die da kommen, herumgesprochen. Höchste Zeit, dass der Staat diese Angaben kontrolliert.

Dass Zweifel angebracht sind, zeigt die Praxis des Saarlands, wo fast die Hälfte der angezweifelten Minderjährigen falsche Angaben gemacht hatte.

Es bleibt unverständlich, dass eine starke Lobby aus Sozialarbeitern und Ärzteverbänden sich weigert, gegen diesen Betrug vorzugehen. Das Röntgen der Hand ist kein unverhältnismäßiger Eingriff in die Persönlichkeit und auch kein Gesundheitsrisiko. Auf dem richtigen Weg ist der Landkreis Hildesheim, der DNA-Tests nutzt, die viel weniger belastend sind.

Natürlich brauchen wir kein Zwangsröntgen aller Flüchtlinge - aber bei Zweifelsfällen schon. Dann können Polizei und Justiz Kriminelle sanktionieren und wirklich Minderjährige werden besser geschützt. Das muss natürlich passieren, bevor ein Jugendlicher vom Jugendamt in Inobhut genommen wird. Der Staat muss wieder ins rechte Lot kommen.


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