Ein Bild von Thomas Ludwig
14.01.2018, 17:35 Uhr KOMMENTAR

Bundeswehr darf sich im Nahen Osten nicht hastig aus dem Staub machen

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lässt sich in Al-Asrak von einem Bundeswehrpiloten Details eines Tornado-Jets erklären. Foto: M. Kappeler/dpaVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen lässt sich in Al-Asrak von einem Bundeswehrpiloten Details eines Tornado-Jets erklären. Foto: M. Kappeler/dpa

Osnabrück. So umstritten wie Auslandseinsätze der Bundeswehr sind, so nötig ist es, begonnene Aktivitäten konsequent zu Ende zu führen - so wie jetzt in Jordanien.

So umstritten wie Auslandseinsätze der Bundeswehr sind, so nötig ist es, begonnene Aktivitäten konsequent zu Ende zu führen. Deshalb ist es richtig, den Einsatz deutscher Tornados zur Aufklärung im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz des Islamischen Staats vorerst weiter aus Jordanien starten zu lassen. Der IS mag militärisch-territorial weitgehend besiegt sein.

Nährboden für extreme Islamisten

Der politische und soziale Nährboden für die Ideologie der Islam-Krieger ist damit aber noch lange nicht ausgetrocknet. Dem militärischen Kampf muss die politische Auseinandersetzung um die Menschen und deren Ideen in den Köpfen folgen.

Bis zum nachhaltigen Frieden in Syrien ist es ein weiter Weg. Die brutale Unterdrückung der Bevölkerung durch das Assad-Regime droht in eine neue Runde zu gehen. Dabei müsste die Marginalisierung sunnitischer Bevölkerungsgruppen endlich ein Ende finden. Ansonsten droht der IS wieder vermehrt Zulauf zu bekommen. Die Idee der Terrormiliz, da sind sich Kenner der Region einig, ist noch nicht besiegt.

Jordanien als Partner

Der IS kann erstarken und jederzeit unerwartet zuschlagen. Die Bundeswehr sollte sich also nicht vorschnell aus dem Staub machen - und das weitgehend stabile und um Ausgleich bemühte Jordanien als Partner aufwerten.

Weitere Kommentare aus dem Bereich Politik und Wirtschaft finden Sie hier.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN