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10.01.2018, 18:48 Uhr ESSVERHALTEN DER DEUTSCHEN

„Fleischatlas“: Weniger kann mehr sein

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Frikadellen und andere Fleischprodukte stehen weiterhinFrikadellen und andere Fleischprodukte stehen weiterhin

Osnabrück. In seinem Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ legt Heinz Strunk einer Figur den Satz in den Mund: „Der Mensch ist kein Beilagenesser.“ Und der Deutsche erst recht nicht, möchte man beim Blick in den neuen „Fleischatlas“ hinzufügen.

Allen Diskussionen um die Folgen zum Trotz greifen viele Bundesbürger weiter beherzt zu Frikadelle, Schinken und Bratwurst. Im Durchschnitt essen die Deutschen deutlich mehr Fleisch als die 300 bis 600 Gramm pro Woche, die Ernährungswissenschaftler empfehlen.

Wer Verzicht predigt, macht sich selten beliebt und wird schnell als asketische Spaßbremse abgestempelt. Trotzdem sprechen nicht nur gesundheitliche Aspekte dafür, Fleisch seltener auf den Speiseplan zu setzen. Auch die Auswirkungen der Fleischproduktion auf die Umwelt lassen sich nicht bestreiten. Nitrateintrag im Grundwasser, Ammoniak in der Luft und Antibiotika im Boden sind nur einige Beispiele; von den klimaschädlichen Methangasen, die Rindern entweichen, ganz zu schweigen.

Es gibt einfache Wege, sich selbst und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Wie wäre es damit, sich zwei oder drei fleischlose Tage in der Woche zur Gewohnheit zu machen? Bestenfalls lernt man Fleisch so auch wieder als das schätzen, was es ist: ein wertvolles Lebensmittel. Und niemand muss deshalb gleich zum Beilagenesser werden.


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