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10.01.2018, 17:55 Uhr KOMMENTAR

Trump-Drama für Migrantenkinder geht in eine neue Runde

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Aktivisten demonstrieren in San Diego gegen die geplante Abschaffung des unter Obama eingeführten Daca-Programms, das Kinder illegaler Einwanderer vor Ausweisung schützt. Foto: Nelvin C. Cepeda/dpaAktivisten demonstrieren in San Diego gegen die geplante Abschaffung des unter Obama eingeführten Daca-Programms, das Kinder illegaler Einwanderer vor Ausweisung schützt. Foto: Nelvin C. Cepeda/dpa

Osnabrück. Die Justiz stoppt Pläne des US-Präsidenten zur Beendigung eines Schutzprogramms für junge Migranten - vorerst. Es gibt gute Gründe dafür, das Vorhaben endlich ganz fallen zu lassen.

Sie haben sich die USA nicht ausgesucht. Zumeist sind sie als Babys oder Kleinkinder ins Land gekommen - die „Dreamer“, der Nachwuchs illegaler Einwanderer, die das Glück in den USA suchten. Doch US-Präsident Donald Trump hält sie in seinem Land für fehl am Platz.

Dabei gebietet es - wenn nicht allein der moralische Anstand - auch die Vernunft, den Kindern keinen Strick aus den Ambitionen ihrer Eltern zu drehen. Es geht schließlich nicht um Straftäter, sondern um zum überwältigenden Teil gut ausgebildete, ins Gemeinwesen integrierte junge Menschen, die Jobs haben und Steuern zahlen.

Unternehmen alarmiert

Ohne ihre Arbeits- und Konsumkraft, rechneten Fachleute vor, gingen der US-Wirtschaft Milliarden verloren. Nicht umsonst setzen sich Konzerne wie Apple, Microsoft und Google für die „Dreamer“ ein.

In typisch trump‘scher Borniertheit geht der Präsident bislang aber über alle Einwände hinweg. Zynisch degradiert er die Betroffenen zu Figuren in einem Verhandlungspoker um die Finanzierung von Grenzschutzanlagen. Selbst vielen Republikaner geht das zu weit.

Symbolpolitik, die Realitäten nicht Rechnung trägt, ist schlechte Politik. Sie schadet Land und Leuten mehr, als dass sie nützt. Menschen, die sich bereitwillig integrieren, haben eine verlässliche Perspektive verdient.

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