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03.01.2018, 18:34 Uhr KOMMENTAR

Ernährungsreport 2018: Lieber Burger als Quinoa

Kommentar von Benjamin Havermann

So gesund essen die Deutschen nicht täglich, fast jeder Vierte isst regelmäßig Pizza, Burger und Co. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaSo gesund essen die Deutschen nicht täglich, fast jeder Vierte isst regelmäßig Pizza, Burger und Co. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) hat den „Ernährungsreport 2018“ vorgestellt. Die neuen Zahlen zwingen den Politiker zum Handeln. Ein Kommentar.

Das Thema gesunde Ernährung ist in. Zeitschriften, Bücher und Fernsehsendungen sind voll von veganen Rezepten oder Superfoods. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium nimmt sich dem nun an. Seit 2016 veröffentlicht es jährlich den „Ernährungsreport“. Der neueste zeigt das wahre Deutschland.

Nichts mit Quinoa oder Goji-Beeren: Fast jeder Vierte isst regelmäßig Pizza, Burger und Co. Zwar sagen 92 Prozent der Befragten, sie legen Wert auf gesundes Essen, doch im Alltag sieht das häufig anders aus. Der Report offenbart die Bigotterie, die in der öffentlichen Debatte oftmals herrscht: Ich lese vegane Kochbücher von Attila Hildmann während ich ein Schnitzel mit Pommes zu mir nehme.

Wenn der Staat ein Interesse an einer gesunden und ausgewogenen Ernährung hat, muss er sie notfalls auch mit gesetzlichen Maßnahmen attraktiver machen. Bislang versucht er auf freiwilliger Basis, Veränderungen bei der Produktion durchzusetzen. Verbraucher- und Tierschutzorganisationen kritisieren dies aber als unzureichend. Will der Minister tatsächlich einen Wandel in der Ernährung, muss er aktiver vorgehen und sich nicht von der Bauern-Lobby beeinflussen lassen. Andersfalls dient die schön illustrierte Broschüre nur der Selbstdarstellung des CSU-Mannes.


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