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02.01.2018, 19:04 Uhr zuletzt aktualisiert vor ENDE DER EISZEIT IN KOREA?

Reden mit Pjöngjang? Ein schwieriges Angebot

Von Marion Trimborn


Die zwei entscheidenden Akteure im Nordkorea-Konflikt: Nordkoreas Diktatur Kim Jong Un (links) und US-Präsident Donald Trump (rechts). Foto: AFPDie zwei entscheidenden Akteure im Nordkorea-Konflikt: Nordkoreas Diktatur Kim Jong Un (links) und US-Präsident Donald Trump (rechts). Foto: AFP

Osnabrück. Südkorea will auf das Gesprächsangebot des Nordens eingehen. Doch eines ist klar: Diktator Kim Jong Un wird die Atomwaffen nicht aufgeben, sie sind seine Lebensversicherung. Eine Versöhnung ist nur auf dieser Basis möglich. Ein Kommentar.

Es gibt Zeichen der Entspannung in Korea - doch sind sie mehr als bloße Rhetorik? Das Gesprächsangebot ist ein guter Anfang und könnte helfen, einen der gefährlichsten Konflikte des Globus endlich zu entschärfen. Südkorea sollte auf jeden Fall mit Kim Jong Un sprechen - aber es darf nicht naiv sein. Es liegt auf der Hand, dass Pjöngjang Südkorea und die USA auseinander treiben will, was nicht so schwer ist, da Amerika in Korea nicht sonderlich beliebt ist. Mit wirtschaftlicher Hilfe aus dem Süden könnte Kim seine Macht stabilisieren.

Der nordkoreanische Diktator hat einen Wunsch: Mit den großen Jungs aus den USA und China an einem Tisch zu sitzen. Auch wenn US-Präsident Trump, der Unberechenbare, es nicht wahr haben will: Kim wird sein Atomwaffenprogramm nicht einstellen, die Bombe ist seine atomare Lebensversicherung. Trump muss von seiner Kriegsrhetorik herunterkommen, weil der Korea-Konflikt militärisch nicht zu lösen ist. Inzwischen ist allen klar, dass eine Intervention der Amerikaner mit irrwitzigen Risiken verbunden wäre.

Deshalb kann es bei weitergehenden Gesprächen nur darum gehen, Nordkoreas Aufrüstung einzudämmen. Ein Ansatz wäre etwa, die Sanktionen zu lockern - wenn Nordkorea im Gegenzug eine Pause bei den Atomtests einlegt. Der entscheidende Akteur für eine Lösung ist aber der große Bruder China, der den Ölhahn für Nordkorea weiter offen hält. Deshalb muss auch Peking mit am Verhandlungstisch sitzen.


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