Kommentar Klimagipfel: Regeln für alle oder für keinen

Meinung – Ralf Geisenhanslüke | 02.12.2018, 19:42 Uhr

Der Klimagipfel der Vereinten Nationen beginnt am Montag in Kattowitz. Während die deutsche Industrie fest zum Pariser Klimaabkommen steht, wie der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, vor der Konferenz noch einmal betonte, hat US-Präsident Donald Trump den Austritt erklärt. Wie kann es nun weitergehen? Ein Kommentar.

Regelbuch statt neue Ziele, gemeinsame Verpflichtung statt Belastung Einzelner: Die am Montag in Kattowitz beginnende UN-Klimakonferenz kann wegweisende Beschlüsse hervorbringen, sicher ist das aber bei Weitem nicht.

Bei den vergangenen Klimagipfeln sind immer wieder Zielwerte festgelegt worden, die vor allem eine über die Maßen zunehmende Erderwärmung verhindern sollten. In der Bilanz sind weder die Grenzen eingehalten noch ist der Wärmeanstieg verhindert worden.

Dabei lässt sich durchaus über die Frage streiten, wie hoch der naturgegebene Anteil an der Klimaveränderung ist und wie hoch der von Industrie und Gesellschaft. Veränderungen hat es immer schon über die Jahrtausende gegeben, die zunehmende Geschwindigkeit könnte Sorgen bereiten.

Diskussionswürdig scheint der Vorschlag zu sein, den Kohlenstoffdioxid-Preis moderat über die nächsten Jahre anzuheben und an anderer Stelle für Entlastung zu sorgen. Wichtig hierbei: Bürger und Wirtschaft dürfen nicht übermäßig belastet werden, idealerweise profitiert der deutsche Markt sogar von der Klimatechnologie.

Eines darf aber in und nach Kattowitz nicht passieren. Es werden Vorschriften geschaffen, die anschließend nur Deutschland pedantisch umsetzt, in Europa übersehen und von Nationen wie den USA und China schlicht ignoriert werden. Gefordert ist ein verpflichtendes Regelbuch für den internationalen Vergleich. Ansonsten können wir nationale deutsche Alleingänge nur als Tropfen auf den heißen Stein sehen, und sie schaden uns eher, als dass sie nutzen.