Was tun für den Klimaschutz? Debatten um "Flugscham" helfen nicht weiter

Meinung – Uwe Westdörp | 02.08.2019, 19:25 Uhr

Immer mehr Deutsche sehen den Klimawandel Umfragen zufolge als Bedrohung. In ihrer großen Mehrheit fordern sie zudem neue Anreize, um den Klimaschutz zu verbessern. Der Druck auf die Politik wächst. Und das ist gut so. Ein Kommentar.

Was tun? Die schnelle Flugreise in den Urlaub, die bequeme Kreuzfahrt, das schöne Auto und sogar der Grillabend mit Freunden: All das bedeutet Wohlstand und Lebensqualität. Es belastet aber auch die Umwelt, weil es Ressourcen verschlingt und den Ausstoß von Treibhausgas befeuert.

Jeder weiß: Das kann nicht alles so weitergehen. Wir müssen uns umstellen, weniger verbrauchen, Ökonomie und Ökologie in Einklang bringen. Nur wie?

Verbote, so zeigen Umfragen, sind bei den Bürgern unbeliebt und damit politisch nicht durchsetzbar. Mehr Anreize aber sind möglich. Die lange Zeit zögerliche Politik muss endlich Dampf machen.

Beispiel Luftverkehr. Für den Tourismus und die Wirtschaft ist er unverzichtbar. „Flugscham“-Debatten helfen also nicht weiter. Der Flugverkehr muss stattdessen umweltfreundlicher werden – zum Beispiel durch synthetisches Kerosin, das sich mithilfe regenerativer Energie aus CO2 und Wasser herstellen lässt.

Die Branche selbst setzt dazu jetzt ein wichtiges Signal, indem sie die Politik drängt, die Einnahmen aus der Ticketsteuer gezielt für die Erprobung der Kerosin-Alternative einzusetzen. Innovation statt Verbotsdebatten, das ist ein vielversprechender Weg hin zu mehr Klimaschutz. Wenn dann noch jeder Einzelne einen kleinen eigenen Beitrag leistet – umso besser.