Kommentar Zahl der Kirchenmitglieder bis 2060 halbiert: Keine Panik!

Meinung – Stefanie Witte | 02.05.2019, 19:17 Uhr

Dieses Ergebnis ist weder in Stein gemeißelt, noch ist es so krass wie es auf den ersten Blick wirkt: Eine aktuelle Studie prognostiziert für die katholische und die evangelischen Kirchen in Deutschland bis 2060 einen Mitgliederrückgang um die Hälfte – auf 22,7 Millionen Menschen.

Für die Kirchen ist diese grundsätzliche Erkenntnis des Mitgliederschwunds nicht neu. Sie stellen sich seit Jahren auf schrumpfende Gemeinden ein, legen Pfarreien zusammen, erproben neue Leitungsmodelle – gerade in Niedersachsen. Zudem sind 22 Millionen Christen auf der Fläche Deutschlands keine geringe Größe. Zum Vergleich: Im Herbst steht im Vatikan die mit großer Spannung erwartete Amazonassynode an. Dabei wird es darum gehen, was in Gebieten passieren soll, in denen sich kleine Gemeinden über riesige Entfernungen verteilen und Messen zum Teil gar nicht mehr gehalten werden können. Von einer solchen Situation ist Deutschland weit entfernt. Und es zeigt sich, dass besondere Umstände zu unkonventionellen Überlegungen motivieren: Vor der Synode denken Kirchenobere über Ausnahmen vom Zölibat nach.

Am Ende kann der Wandel auch eine Chance sein – für mehr Ökumene, neue Formen der Gemeinschaft, Besinnung aufs Wesentliche. Voraussetzung ist, dass dieser Wandel aktiv gestaltet und nicht passiv erduldet wird.