Neuer Vertrag mit Netzbetreibern Wie man Funklöcher schließt - oder auch nicht

Meinung – Uwe Westdörp | 06.09.2019, 19:23 Uhr

Kein Anschluss in dieser Lücke. Vor allem auf dem Land gibt es noch viele Probleme im Mobilfunk. Das soll sich jetzt endlich ändern. Vor allzu großen Hoffnungen sei aber gewarnt. denn der Bund hat zwar aus früheren Fehlern gelernt, macht aber trotzdem nicht alles richtig. Ein Kommentar.

Werden nun endlich die vielen Funklöcher geschlossen? Brechen Telefongespräche bei der Fahrt über Land künftig nicht mehr ständig ab? Gibt es bald auch außerhalb der Ballungsgebiete schnelle und vor allem stabile Datenverbindungen?

Der Bund, der neue Verträge mit den Mobilfunkbetreibern geschlossen hat, weckt große Hoffnungen auf Verbesserungen. 1400 neue Funkmasten sollen dazu beitragen. Der Kunde hört es wohl – allein, es fehlt der Glaube. Denn bislang hat sich Deutschland beim Mobilfunk im internationalen Vergleich blamiert. Selbst im wilden Kurdistan gibt es vielerorts bessere Verbindungen als bei der Fahrt von Hannover nach Berlin.

Das hat Gründe: So fehlten die fast 100 Milliarden D-Mark, die der Bund im Jahr 2000 bei der Versteigerung der UMTS-Funklizenzen kassierte, den Unternehmen später beim Ausbau der Netze. In der Folge konzentrierten Telekom und Co. sich auf die leicht zu versorgenden, lukrativen Städte.

Auch für die neuen 5G-Lizenzen knüpft der Bund den Betreibern wieder Milliarden ab. Aber immerhin können die Mobilfunkanbieter die Beträge über viele Jahre abstottern. Zudem sollen die geplanten neuen Funkmasten allen Anbietern zur Verfügung stehen. Und es gibt Ausbauvorgaben auch für Flächenländer. Ein klein wenig hat man in Berlin also doch dazu gelernt.

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