Signale der Entspannung Der G7-Gipfel - ein Erfolg dank Macron

Meinung – Uwe Westdörp | 26.08.2019, 20:47 Uhr

Der G7-Gipfel endete mit seltener Einigkeit und einem Paukenschlag: US-Präsident Trump will sich möglicherweise mit Irans Präsident Ruhani treffen. Dazu hat offenbar auch die kluge Regie von Frankreichs Präsident Macron beigetragen. Ein Kommentar.

Außer Spesen nichts gewesen? G-7-Treffen der wichtigsten Industriestaaten haben keinen besonders guten Ruf. Die Absprachen seien völlig unverbindlich, sagen Kritiker. Und im vergangenen Jahr erklärte Donald Trump die Schlusserklärung sogar im Nachhinein für null und nichtig. Emmanuel Macron hat daraus die richtigen Schlüsse gezogen.

Der Gipfel von Biarritz führte auch deshalb zu kleinen, aber wichtigen Fortschritten, weil Macron auf die Erarbeitung eines umfangreichen Schlusskommuniqués von Anfang an verzichtet hat. So wurde keine Zeit mit diplomatischen Verrenkungen vertan. Stattdessen setzte Frankreichs Präsident auf die Macht des offenen Wortes – und darauf, dass seine Kollegen hinterher zu dem stehen, was sie hinter verschlossenen Türen besprochen haben.

Nach dem Gipfel ist die Welt zwar noch lange kein besserer Platz. Aber es gibt immerhin Signale der Entspannung wie Trumps grundsätzliche Bereitschaft zum Dialog mit Irans Präsident Hassan Ruhani und seine wieder etwas versöhnlicheren Töne im Handelskonflikt mit China.

Es ist ohnehin an der Zeit, die Überbetonung nationaler Interessen zu beenden. Die Wirtschaft ist weltweit eng vernetzt, der Klimawandel ein globales Problem. Die Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen – und nicht durch halbstarke „Ich zuerst“-Rufe.