Debatte übert Rot-Rot-Grün Linksbündnis? Die Grünen haben auch andere Optionen

Meinung – Uwe Westdörp | 09.08.2019, 15:55 Uhr

Nach der kommissarischen Parteivorsitzenden Malu Dreyer hat sich auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil offen für eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene gezeigt. Rot-Rot-Grün sei eine Option, meint Klingbeil. Doch bleiben Hürden und ein großes Fragezeichen. Ein Kommentar.

Die Lage der Genossen ist ernst, sehr ernst: Von der einstigen Volkspartei SPD ist nicht mehr viel übrigen, jedenfalls wenn man sich die Umfragewerte anschaut. Aktuell schwanken sie zwischen 12 und 13 Prozent – ein Desaster.

Da mutet es beinahe kurios an, wenn SPD-Politiker so tun, als könnten sie die Anführer eines Linksbündnisses sein. Nach Lage der Dinge wären das die weit stärkeren Grünen. Statt über Rot-Rot-Grün ist also eher über Grün-Rot-Rot zu reden.

Unverkennbar ist ein solches Dreier-Bündnis auch eher ein Projekt von Sozialdemokraten und Linken als der Grünen. Die in der Großen Koalition massiv geschrumpfte SPD hat schlicht Angst vor dem Untergang, nachdem sich klassische Wählermilieus aufgelöst haben und sich die Gesellschaft immer stärker individualisiert. Auch die Linkspartei wird immer geschmeidiger. Ihr macht die anhaltende Bedeutungslosigkeit zu schaffen.

Ganz anders die Grünen. Ihnen spielt die Klimadebatte in die Hände. Stark und begehrt halten sie sich alle Optionen offen – auch Schwarz-Grün. Und wer weiß? Vielleicht läuft es gar auf Grün-Schwarz hinaus.

Sicher ist: Die Karten werden neu gemischt. Solche Farbenspiele beleben den politischen Wettstreit – und damit hoffentlich auch die Suche nach pragmatischen Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit.