Erst Staatsexamen, dann Australien Worms traut Panthers nach Abschied in der Liga noch „alles“ zu

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Osnabrück. Britta Worms klatschte beim Einlaufen ihre Mitspielerinnen ab, feuerte von der Bank aus an – eigentlich so wie immer bei den Girolive-Panthers Osnabrück, mit dem feinen Unterschied, dass die 26-Jährige nicht im Trikot, sondern in Zivil zum Pokalspiel gegen Heidelberg in die OSC-Halle gekommen war.

„Ich wollte die Mannschaft unterstützen, wenn schon nicht auf dem Spielfeld, dann wenigstens von der Bank aus“, sagte Worms, für die Basketball am vergangenen Sonntag ein Stück weit Beschäftigungstherapie war. „Lernen bringt nicht mehr viel“ – da kam der Pokal als Ablenkung vor den Examensklausuren im Studium gerade recht. Am Montag stand für die angehende Juristin die erste von acht Klausuren für das zweite Staatsexamen im Kalender. Ende des Monats geht ihr Flug nach Australien, wo sie für drei Monate in einer Anwaltskanzlei arbeiten wird. „Das ist leider zu weit weg, um zum Final-Four einzufliegen“, ging Worms mit ein bisschen Wehmut vom OSC.

Dabei hatten ihre Mannschaftskameradinnen für einen versöhnlichen Abschied gesorgt. Der Einzug ins Finalturnier der besten vier Teams gelang auch ohne die kämpferische Power Forward- und Center-Spielerin. „Ich freue mich total für das Team. Das haben sie sich verdient“, sagte Worms.

Die erste Halbzeit hatte nicht gerade zur Entspannung beigetragen: „Das war Horror. Wir haben uns schwergetan. Da ist es dann auf der Bank besonders schlimm.“ Zum Glück steigerten sich die Panthers nach dem Seitenwechsel. „Die zweite Halbzeit war einfach zum Genießen, was die Mädels aufs Parkett gezaubert haben“, schwärmte Worms.

Im Pokal mit drei Bundesligisten als Gegnern „ist mit ein bisschen Losglück vielleicht noch eine Überraschung drin“, blickt Worms voraus, die ihrem Team „in der Liga noch alles“ zutraut – „wenn sie so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit“. Die Spitzenposition in der 2. Bundesliga Nord zu behalten bleibe das Ziel. „Ob das klappt, ist schlecht abzusehen. Das hängt von so vielen Faktoren ab.“

Wie schwer der Verlust von Worms wiegt, wird sich zeigen. Die 26-Jährige war, nachdem sie zu Saisonbeginn mit Pfeifferschem Drüsenfieber noch nicht fit gewesen war, mit durchschnittlich 12,8 Punkten pro Partie drittbeste OSC-Spielerin und erreichte bei den Rebounds mit 4,8 den viertbesten Wert ihres Teams.

„Es ist schade, dass Britta weg ist, aber wir wussten, was auf uns zukommt“, sagt Trainer Christian Kaiser, der hofft: „Vielleicht sehen wir Britta ja noch mal wieder.“ Der OSC würde sie mit offenen Armen empfangen. Kapitänin Juliane Höhne übergab Worms zum Abschied ein gerahmtes Trikot, „damit du jederzeit wieder zu den Panthers kommen und mitspielen kannst“. Das Original mit der Nummer 31 liegt bei Worms im Schrank. Wer weiß, ob es noch gebraucht wird? „Kommt drauf an, was die Mädels noch machen“, sagt Worms. Ende April kommt sie zurück nach Deutschland – potenziell noch Play-off-Zeit. „Ob ich nach drei Monaten noch mal helfen kann, wenn die anderen eingespielt sind, weiß ich nicht. Es sind ja auch zwölf Spielerinnen im Kader, aber das liegt dann nicht in meiner Hand“, sagt Worms.


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