2. Basketball-Bundesliga Panthers wollen Krallen zeigen, aber nicht aufsteigen

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Krallen zeigen wollen die Basketballerinnen der Girolive-Panthers in der 2. Bundesliga. Foto: Hermann PentermannKrallen zeigen wollen die Basketballerinnen der Girolive-Panthers in der 2. Bundesliga. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Bei der offiziellen Mannschaftsvorstellung mit Sponsoren und Presse saßen die Spielerinnen der Girolive-Panthers mehrheitlich brav und zurückhaltend an der Seite. Ab Sonntag sollen sie eine andere Seite zeigen: Mit dem Heimspiel gegen Opladen (16 Uhr, OSC-Halle) beginnt für die Basketballerinnen eine Zweitliga-Saison, die für die Osnabrücker zur Wundertüte wird.

Die Vorbereitung: Gegen Oberhausen, Herne (zwei Spiele) und Rotenburg kassierten die Panthers vier Niederlagen. Für die sportliche Leitung um Trainer Christian Kaiser waren die Tests gegen die Bundesligisten ein willkommener Härtetest, um die Mannschaft zu fordern. Die Ergebnisse werden beim OSC nicht überbewertet, wie Juliane Höhne trocken versicherte: „Es ist nicht so toll, wenn man alle Spiele verliert. Aber ich verliere lieber alles in der Vorbereitung und gewinne dann in der Saison.“

Die Ziele: „Wir werden nicht zum Kuscheltier, sondern wollen auch in der 2. Liga unsere Krallen zeigen“, sagt Panthers-Managerin Julia Riethmüller selbstbewusst. Die Saisonziele werden zurückhaltender formuliert. „Wir wollen ins obere Drittel“, sagt Trainer Kaiser. Ein Augenmerk liege auf der Förderung des eigenen Nachwuchses. Die Verbindung zwischen den Panthers und der Basketballabteilung soll gestärkt werden. Auf dem Feld lautet Kaisers Vorgabe: „Gas geben und den Court rauf und runter rennen.“ Bei einer kraftraubenden Spielweise setzen die Panthers auf Rotation und wollen die Spielanteile breit verteilen. „Die jungen Spielerinnen, die bislang eine Reservistenrolle hatten, haben in der Vorbereitung ihre Duftmarken gesetzt“, sagt der neue Kotrainer Stefan Eggers und liefert gleich eine Erklärung für die Bescheidenheit bei der Zielsetzung: Wenn die Spielerinnen in die 2. Liga geworfen werden, „werden Rückschläge und Fehler passieren. Das liegt in der Natur der Sache.“ Weil Teams wie Hannover, Göttingen und Wolfenbüttel aufgerüstet haben und für den OSC schwer auszurechnen sind, wird die Liga zur Wundertüte. Deshalb ist vom Aufstieg keine Rede – erst mal. Die Bundesliga bleibt das Ziel, „nicht in naher Zukunft, aber in Zukunft“, sagt Riethmüller. Am Sonntag kommt zunächst BBZ Opladen. „Das wird kein schlechter Gegner“, sagt Kaiser. „Wir können noch nicht einschätzen, wo wir nach der Vorbereitung stehen.“ Wohin die Reise geht, „wissen wir erst nach drei, vier Spieltagen“.

Das Team: Sechs Spielerinnen aus der Vorsaison sind geblieben, sieben neue hinzugekommen. Die Summe? Ergibt aus Riethmüllers Sicht eine Mannschaft, „die in der 2. Liga sehr konkurrenzfähig“ ist. Ein bisschen Bewegung wird im Laufe der Saison noch in den Kader kommen: Britta Worms verlässt das Team beruflich bedingt zum Jahresende, Michelle Müller legt ab Ende Januar ein Auslandssemester ein. Bis zum 31. Januar darf noch nachverpflichtet werden. Ko-Kapitänin ist Melina Knopp, im fünften Jahr bei den Panthers. Als Kapitänin wählte die Mannschaft Juliane Höhne.

Die Rückkehrerinnen: Zwei Namen sind in Osnabrück bekannt: Angela Pace verletzte sich in der Vorbereitung auf die vergangene Saison an der Schulter, stieß nun wieder zum OSC. „Es wird eine Zeit dauern, bis sie sich wieder eingefunden hat, aber dann kann sie uns auf jeden Fall weiterhelfen“, sagt Kaiser. Die zweite Neue, Juliane Höhne, ist sofort gefordert, auch als Trainerin. „Ich bin froh, dass ich die Chance beim OSC bekommen habe“, sagt die 31-Jährige. „Ich hatte auch Angebote von Erstligisten, aber ich wollte unbedingt coachen.“ Diesen Drang habe sie auch schon gespürt, als sie als sie „nur“ Spielerin war. Höhne formuliert das launig: „Ich konnte halt meine Klappe nicht halten.“ Höhne assistiert Kaiser, übernimmt aber auch selbst Nachwuchsmannschaften (unter anderem die weibliche U17 in der Bundesliga) und sorgt für Austausch. Ein Projekt: In der Jugend bekommen Spielerinnen eine große Schwester aus dem Panthers-Kader, die mit ihrer kleinen Patin „vielleicht mal eine halbe Stunde zusammen traininert oder bei den Spielen zuguckt“.

Die Trainer: Christian Kaiser geht in seine dritte Saison und bekommt doppelt Unterstützung: Einerseits von Höhne, andererseits von Stefan Eggers. Der bekam als Jugendlicher über den Deutschen Basketballbund ein Austauschjahr in die USA vermittelt. Dort spielte er sechseinhalb Jahre College-Basketball, hochklassig vor 15000 Zuschauern bei Heimspielen. Zurück in Deutschland, führte der Weg über Hannover nach Wolfenbüttel, wo die Karriere in der 2. Liga ausklang. „Ich bin froh, dass er da ist“, sagt Kaiser, „basketballerisch liegen wir auf einer Wellenlänge“. Bei Eggers ist nach den ersten Wochen „relativ schnell der alte Ehrgeiz zurück“.

Die Finanzen: Von den Sponsoren sprang nach dem Abstieg nur einer ab, von den anderen blieben „die meisten mit der Summe, die sie auch in der Bundesliga bezahlt haben“, sagt Riethmüller und verweist auf eine weitere Besonderheit: Der OSC kann sich auf drei private Finanziers stützen. Einer von ihnen stockte das Budget so hoch auf, dass sich die Panthers die zweite Amerikanerin Alysa Horn leisten konnten. Für eine Zweitligasaison veranschlagt der OSC 140000 Euro. Für viele Sponsoren sei in erster Linie nicht die Liga entscheidend, sondern das Gesamtpaket, das auf Bundesliga-Niveau bleiben soll.

Die Heimspiele: Auch nach dem Abstieg sollen die Heimspiele zu einem Erlebnis werden „wie in der Ersten Liga“, verspricht Riethmüller Bonmots wie eine Einlaufshow, Halbzeitspiele und die Verköstigung für gehobene Gäste in der VIP-Lounge. Erhalten bleibt auch die Heimspielzeit sonntags um 16 Uhr. „Wir bleiben bei den Gepflogenheiten, die die Leute kennen“, sagt die Managerin. Überlegungen, den Termin zu wechseln, wurden ad acta gelegt. Nur drei Heimspiele werden erst ab 18 Uhr ausgetragen, weil die OSC-Halle belegt ist oder weil Kaiser und Höhne zuvor bei anderen Mannschaften als Trainer gebraucht werden.


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