Scherz: Stolz auf dieses Team Junior Panthers feiern deutsche Meisterschaft


Ludwigsburg. Der Trainer war einfach nur „sehr stolz auf alle“, bei der ein oder anderen Spielerin flossen die Freudentränen gleich im Sturzbach: Die Junior Panthers haben mit einer sensationellen Mannschaftsleistung die deutsche Meisterschaft in der weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) geholt. Mit 65:44 setzten sich die Osnabrückerinnen im Finale beim Top Four in Ludwigsburg gegen das Team Mittelhessen durch. Anschließend war der Jubel groß.

„Geil, einfach nur geil“, riefen die Mädels nach dem Final-Triumph und wälzten sich über den Hallenboden. Kurz darauf trugen sie Ann-Sophie Ossowski zum Korb, wo die Kapitänin als Zeichen des Triumphes das Netz abschnitt. Es dürfte einen Ehrenplatz im Sportlertreff des OSC erhalten, wo die Panthers sich nach ihrer Rückkehr am Sonntagabend noch gemeinsam mit den Fans zu einer spontanen Feier treffen wollten. „Da gibt es dann sicherlich noch ein Glas Milch“, sagte Jörg Scherz. Dieser wurde zudem von der WNBL als „Trainer des Jahres“ geehrt, gemeinsam mit seinen Assistenten Werner Gorsky und Andrea Dransmann hatte er die Panthers physisch wie taktisch auf den Punkt vorbereitet.

Scherz konnte sich auch noch an den letzten deutschen Meistertitel erinnern, der an den OSC ging – im Jahre 1988. Lange war es also her, dass eine Nachwuchsmannschaft aus Osnabrück in Deutschland so für Furore sorgte. Bereits im vergangenen Jahr holten die Junior Panthers die Vizemeisterschaft. Das Erfolgsgeheimnis des Teams – bei den Panthers ist die Mannschaft der Star – ging auch im Finale eindrucksvoll auf.

Von zwölf Spielerinnen, die eingesetzt wurden, punkteten elf – beim Team Mittelhessen, das sich im Halbfinale knapp mit 56:55 gegen die von Hanna Ballhaus trainierten Girls Baskets Braunschweig.Wolfenbüttel durchsetzten, waren es nur acht. „Sowohl im Halbfinale als auch im Finale war unsere Ausgeglichenheit der entscheidende Faktor. Irgendwann konnten die anderen Mannschaften unseren Tempo nicht mehr folgen“, sagte Scherz. Im Halbfinale am Samstag hatte sich seine Mannschaft mit 73:43 gegen Ludwigsburg durchgesetzt. Entscheidend war ein starkes drittes Viertel, das die Panthers 19:6 gewannen. „Da haben wir sie richtig eingepackt“, so der Trainer. Zu Beginn waren einige noch von der tollen, aber ungewohnten Kulisse von 500 Zuschauern beeindruckt.

Im Finale waren sie von Beginn an hoch konzentriert. Im ersten Abschnitt (10:9) konnte die Mittelhessinen zwar noch mithalten, dann aber zogen die Panthers mit 22:14 auf 32:23 bis zur Pause davon. Die zweite Halbzeit entschieden die Panthers, die sehr variabel spielten, mit 33:21 für sich. Überragende Spielerin war Anne Potratz, die nicht nur 13 Punkte selbst erzielte und auch ihre Mitspielerinnen immer wieder gut in Szene setzte, sondern auch defensiv Nationalspielerin Luana Rodefeld gut im Griff hatte. „Anne hat einen tollen Job gemacht“, lobte Scherz und ergänzte: „Sie bekam aber auch eine klasse Unterstützung von ihren Nebenleuten. Unsere Teamdefense war hervorragend.“ Offensiv waren neben Potratz Ann-Sophie Ossowski und Lisa Siemund (beide 10 Punkte) am erfolgreichsten. (Die Statistik zum Spiel gibt es hier )

Im Konvoi – knapp 50 Fans hatten die Panthers begleitet und mit Trommeln und Klatschpappen lautstark unterstützt – fuhren die Dragons am Sonntagabend zurück nach Osnabrück. Dort durfte Scherz einigen seiner Spielerinnen noch eine besondere Belohnung überbringen. Der Lehrer des Ratsgymnasiums hatte alle Schulleiter seiner Spielerinnen angeschrieben und sie um einen Tag „Sonderurlaub“ gebeten. „Die Mädels haben in den letzten Wochen und Monaten so hart für diesen Erfolg gearbeitet, da haben sie sich einen Tag schulfrei verdient“, sagte Scherz. Beinahe alle Schulleiter waren auch dieser Meinung und stimmten dem zu. Nur zwei hatten sich bis Sonntag noch nicht gemeldet. „Aber vielleicht machen die das ja noch“, sagte Scherz. Für ihn selbst geht es bereits am Dienstag weiter. Mit der Schulmannschaft des Ratsgymnasiums fährt er zum Bundesfinale nach Berlin. Auch einige seiner Junior Panthers sind dort dabei – und wie man einen Titel holt wissen diese ja nun.


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