Zwei Betriebe geschlossen Mallorca: Harte Strafen im Kampf gegen Sex- und Sauftourismus

28.07.2014, 14:20 Uhr

Palma de Mallorca. Mit harten Strafen geht die Urlaubsinsel Mallorca gegen die immer wilderen Auswüchse des Sauf- und Sextourismus vor: Im Ferienort Magaluf ordneten die Behörden nun die Schließung von zwei Vergnügungsbetrieben an, die weibliche Gäste mit Freigetränken dazu animierten, sexuelle Handlungen an männlichen Urlaubern vorzunehmen. Beide Unternehmen müssen zudem eine Geldstrafe von jeweils 55.000 Euro bezahlen.

Magaluf ist die britische Partyhochburg der Insel und liegt westlich der Inselhauptstadt Palma. Der Skandal war durch ein Internet-Video bekannt geworden, auf dem man sehen konnte, wie eine Frau auf der Bühne einer Kneipe mit mehr als 20 Männern nacheinander Oralsex praktizierte. Offenbar kein Einzelfall: Den Ermittlungen der Behörden zufolge werben mehrere Saufschenken in Magaluf mit solchen „Wettbewerben“. Dabei werden Frauen Freidrinks versprochen, wenn sie ihre nackten Brüste zeigen oder sogar sexuell aktiv werden.

Nach dem Skandal-Video hatte sich die Polizei eingeschaltet und zwei Betriebe identifiziert, die jetzt hart bestraft wurden. Offenbar auch, um klarzumachen, dass Mallorca diese Art des „schmutzigen Tourismus“, wie es ein empörter Hotelier nannte, nicht dulden will. Seit Monaten protestieren Mallorcas Hotelbranche und Inselbewohner gegen derartige Auswüchse des Partytourismus.

Mallorca besser als sein Ruf

Bei den sanktionierten Unternehmen handelt es sich um eine Bar, in welcher das Sex-Video aufgenommen wurde. Und um eine Agentur, die zum Pauschalpreis jene mehrstündige Sauftour organisiert hatte, auf der sich die gefilmte Sex-Affäre ereignete. Beide Unternehmen müssen für ein Jahr die Türen schließen.

Im deutschen Vergnügungszentrum Playa de Palma, östlich der Inselhauptstadt, verhängt die Polizei derweil Geldstrafen wegen Verstößen gegen das neue Sittengesetz Palmas. Dabei geht es zum Beispiel darum, störende Trinkgelage am Strand und auf der Promenade zu unterbinden.

Mallorca: Betrunkene Urlauber stürzen vom Hotelbalkon

Die Polizisten gehen besonders gegen das Sangria-Saufen aus Eimern vor, welches oft mit Exzessen endet. Aber auch gegen Urlauber, die am Strand mit gläsernen Wein- oder Bierflaschen anrücken, was wegen des Scherbenrisikos untersagt ist. Bei Verstößen werden derzeit 50 Euro Strafe fällig. Übrigens: Wer brav eine Büchse Bier auf seinem Handtuch trinkt, hat nichts zu befürchten.

Zum Sittengesetz gehört zudem, dass die immer weiter wachsende Straßenprostitution an der Ballermann-Vergnügungsmeile zurückgedrängt werden soll. Die ersten Freier, die bei neuerdings verbotenen „Geschäftsgesprächen“ mit Dirnen erwischt wurden, sind bereits bestraft worden. Die Prostitutionskunden können von der Polizei mit bis zu 200 Euro belangt werden.

Mit mehr Kontrollen will man zudem jenen weiblichen Kriminellen auf die Spur kommen, die als „Klauhuren“ auf der Insel bekannt sind: Diebinnen, die sich nachts an betrunkene Männer heranmachen mit dem einzigen Ziel, die Feriengäste um ihre Wertsachen zu erleichtern.