56 Erkrankungen seit Oktober Meldepflicht: Zwölf Zika-Fälle im Mai in Deutschland registriert

Von Dirk Fisser | 01.06.2016, 07:48 Uhr

Einen Monat nach der Einführung einer amtlichen Meldepflicht für das Zika-Virus in Deutschland haben die Behörden zwölf Krankheitsfälle im Bundesgebiet registriert. Eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts sagte unserer Redaktion: „Wir gehen davon aus, dass sich alle Erkrankten auf Reisen angesteckt haben“.

Seit Oktober sei damit die Zahl der behördlich registrierten Zika-Erkrankungen in Deutschland auf 56 gestiegen, erst seit dem 1. Mail gilt allerdings auch eine Meldepflicht. „Es dürfte eine nicht unerheblichen Dunkelziffer geben, da die Krankheit in der Regel mild verläuft und Betroffene gar nicht erst zum Arzt gehen“, so die Sprecherin. (Weiterlesen: Ab Frühsommer Zika-Gefahr in Europa)

In 60 Ländern

Zika ist bisher in etwa 60 Ländern nachgewiesen worden. Besonders betroffen sind Länder in Mittel- und Südamerika. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass Zika Fehlbildungen bei Ungeborenen auslösen kann. Gesundheitsexperten und Sportler äußerten ihre Bedenken wegen des Infektionsrisikos bei den Olympischen Spielen in Rio im Sommer.

Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO wies aber darauf hin, dass immer mehr Nachweise zeigen würden, dass Zika auch sexuell übertragbar sei. Daher riet die WHO am Dienstag, dass Touristen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten sollen. Frauen und Männer, die planen ein Kind zu zeugen, sollen damit mindestens sechs Monate nach ihrer Reise in ein Zika-Gebiet warten. (Weiterlesen: Erste sexuelle Übertragung von Zika-Virus in Deutschland) (mit dpa)