Ziel Olympia eine Mission Impossible? Nowitzkis Frust: Allein gegen alle

Von dpa | 05.09.2011, 17:54 Uhr

Im Ringen um den krönenden Abschluss seiner Nationalmannschaftskarriere verliert selbst der sonst so ruhige Dirk Nowitzki schon einmal die Fassung. Sein lautstarker Disput mit Teamkollege Tim Ohlbrecht in der Schlussphase des Serbien-Spiels unterstrich den Ehrgeiz, mit dem der NBA-Champion bei seiner erneuten Olympia-Mission zu Werke geht. Er zeigte aber auch deutlich das Problem der deutschen Mannschaft bei der Basketball-EM in Litauen auf, die bei den Niederlagen gegen Frankreich und Serbien die Grenzen aufgezeigt bekam. Der Weg ins Viertelfinale gleicht nun einer Mount-Everest-Besteigung, Nowitzkis großes Ziel London 2012 droht zu einer Mission Impossible zu werden.

In der kurzen Vorbereitungszeit von nur zwei Wochen ist es Bundestrainer Dirk Bauermann bislang nicht gelungen, das zwei Jahre ohne Nowitzki und NBA-Center Chris Kaman spielende Team mit den beiden Superstars zu vereinen. Immerhin reichte es gegen die bereits ausgeschiedenen Letten am Montag zum dritten Sieg. Heiko Schaffartzik rettete dem Team mit einem Dreier acht Sekunden vor dem Ende den knappen 81:80 (33:33)-Sieg. Gleich fünf Spieler, darunter Nowitzki, erzielten elf Punkte. „Das war ein toller Abend für uns. Diese engen Spiele bringen uns weiter“, sagte Bauermann.

Gegen die Serben wirkte Nowitzki, als er merkte, dass vom Rest des Teams keine Unterstützung zu erwarten war, ein wenig angestochen. Mit dem Kopf durch die Wand wollte der 33-Jährige die Partie im Alleingang drehen, stieß dabei gegen die abgezockten Serben aber an seine (körperlichen) Grenzen.

„Das geht ein bisschen auf meine Kappe“, sagte Nowitzki, doch Bauermann sah die Mitspieler in der Pflicht. „Mit Dirk hat derjenige, der am meisten Renommee hat, mehr gefightet als die anderen. Und da muss man sagen, Freunde, so geht das nicht“, sagte der Nationalcoach, der sich einige Akteure im Vier-Augen-Gespräch noch einmal zur Brust nahm.