Zarte Renaissance im Damen-Tennis Kerber: Fitness ist der Schlüssel

Von dpa | 05.09.2011, 17:26 Uhr

Siege statt Süßigkeiten: Bei den US Open hat Angelique Kerber bestätigt, dass es im deutschen Damen-Tennis nun noch eine vierte starke Kraft gibt. Kollegin Andrea Petkovic hatte das schon geahnt: „Ich freue mich, dass ich recht habe. Ich habe gesagt, dass sie in einem halben Jahr in den Top 30 ist“, meinte Petkovic über die Viertelfinalistin, mit der sie gemeinsam in Offenbach trainiert hatte.

Kontinuierliches, hartes Training, vernünftige Ernährung, dazu das Vertrauen ins eigene Können – schon geht es steil nach oben für die bisher noch an Rang 92 der Weltrangliste geführte Kielerin, die seit Jahren als Talent gilt. Den Durchbruch unter die besten 20 der Welt schafften aber zunächst Petkovic, Julia Görges und Sabine Lisicki, die im US-Open-Achtelfinale enttäuschte. „Klar freue ich mich, dass ich mit den Dreien da oben mitspielen kann“, sagte Kerber. Große Unterschiede habe es beim Training mit Petkovic nicht gegeben.

Was fehlte, waren zum einen die körperlichen Voraussetzungen, weil Kerber das nicht konsequent verfolgte. „Das ist auf jeden Fall der Schlüssel. Letztes Jahr wäre ich nach der zweiten Runde fix und fertig gewesen. Wenn ich das Turnier vor einem Monat gespielt hätte, weiß ich nicht, wie es ausgegangen wäre“, gestand Kerber. Süßigkeiten sind weitgehend tabu, eine Schokolade gönnt sie sich aber ab und an.

Das wochenlange Training in der hessischen Akademie von Ex-Australian-Open-Finalist Rainer Schüttler, dem auch seine herausragende Fitness zu vielen Siegen verhalf, und Alexander Waske zahlte sich für Kerber schon aus. Beim Vorbereitungsturnier in Dallas stieß die 23-Jährige zuletzt bis ins Halbfinale vor, nur ein Sieg fehlte zum deutschen Endspiel gegen Lisicki.

Als Trainer fungiert nun nicht mehr ihr Vater, sondern Benjamin Ebrahimzadeh, mit dem sie während der Matches auch in New York ständig den Kontakt sucht.