Selfie-Fragebogen YouTuber Christoph Krachten verrät das Schlimmste, was er für Geld getan hat

Von Daniel Benedict | 13.11.2020, 06:00 Uhr

Auf seinem YouTube-Kanal Clixoom weckt Christoph Krachten die Liebe zur Wissenschaft – sein erster Job war peinlicher.

Interviews gehören zum Alltag von Prominenten und Journalisten. Die einen trauen sich nie, ihre besten Fragen zu stellen. Die anderen lavieren rum. Schluss damit! Im Selfie-Interview beantworten unsere Gesprächspartner Fragen, die ans Eingemachte gehen – und liefern das Beweisbild gleich mit.

Heute antwortet Christoph Krachten. In seinem YouTube-Format „Clixoom Science & Future“ erklärt der Wissenschaftsjournalist Quantencomputer, Künstliche Intelligenz und die Möglichkeit außerirdischen Lebens – und das so unterhaltsam, dass seine Filme über 200 Millionen Mal abgerufen wurden. 25 seiner Beiträge hat er nun als Buch rausgebracht: „Per Aufzug in den Weltraum. Expeditionen in die nahe Zukunft“. Rowohlt, 256 Seiten, 12 Euro.

Herr Krachten, sind Sie das älteste, jüngste, mittlere oder einzige Kind Ihrer Eltern und warum prägt das Ihr Leben bis heute?

Ich war der jüngste von zwei Brüdern. Und mein großer Bruder erkämpfte sich schon ab 14 zahlreiche Freiheiten, wodurch ich dann später alle Freiheiten hatte. Zitat: „Wann kommst du heute Abend?“ Antwort: „Morgen früh um fünf.“ Meine Mutter: „Prima!“

Was haben Sie sich von Ihrer ersten Gage gekauft?

Meine erste Gage habe ich als Komparse in der WDR-Schulfernsehserie „Umgang mit Medien“ verdient. Davon habe ich mir eine professionelle Spiegelreflex-Ausrüstung gekauft und richtig mit dem Fotografieren begonnen.

Was ist Ihr hässlichstes Kleidungsstück?

Das T-Shirt ist zwar sehr hässlich, aber ich trage es sehr gerne.

Wie sehen Sie nach dem Aufwachen aus?

So wie vor dem Einschlafen.

Was ist der unvernünftigste Luxus, den Sie sich leisten?

Ein Tesla Model S Long Range Plus, was aber auch einen vernünftigen Hintergrund hat: Ich fahre seit rund 20 Jahren Elektroautos und bin seitdem davon überzeugt, dass sie absolut alltagstauglich sind. Das Model S zeigt das auf die beeindruckendste Art und Weise und ich möchte damit demonstrieren, dass Elektroauto fahren heute absolut unproblematisch ist. Mit dem fahre ich nach Italien oder in die Schweiz und alle Distanzen in Deutschland.

Was verkneifen Sie sich?

Viel Reden verkneife ich mir. Und trotzdem rede ich noch gerne wie ein Wasserfall, wenn ich von einem Thema begeistert bin. Aber ich kann es inzwischen kontrollieren ;)

Wie verändert Alkohol Ihre Persönlichkeit?

Er macht mich müde.

Wie verändert der Straßenverkehr Ihre Persönlichkeit?

Er macht mich müde.

Was sehen Sie, wenn Sie aus Ihrem Fenster gucken?

Ich sehe einen typischen Berliner Hinterhof, auf dem Kinder Seilchenspringen, Fahrradfahren lernen und eine Menge Krach machen. Aber mit diesem Hintergrundgeräusch werde ich immer wieder daran erinnert, dass wir für die Zukunft dieser Kinder sorgen müssen und deshalb auf die Gefahren und Chancen vorbereitet sein müssen.

Welches Idol Ihrer Jugend hat Sie später enttäuscht?

Kein Idol hat mich je enttäuscht, weil mir absolut bewusst ist, dass eben auch Vorbilder Menschen sind. Meine Erkenntnis ist eher, dass große Wahrheiten manchmal von Menschen ausgesprochen werden, die sie für sich gar nicht gelten lassen und missachten. Trotzdem ist es wichtig, dass sie sie ausgesprochen haben und damit zum Nachdenken angeregt haben.

Wofür würden Sie auf keinen Fall Werbung machen?

Ich würde auf keinen Fall Werbung für SUVs machen, weil sie das Klima mit am schlimmsten schädigen. Sie sind dafür verantwortlich, dass der CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs kaum sinkt, obwohl immer effizientere Motoren konstruiert werden. Ich bin betroffen, wenn ich sehe, dass Leute mit solchen Ungetümen alleine durch die Gegend fahren und für diesen Luxus so viel Dreck in die Umwelt schleudern.

Was ist die übelste Ecke bei Ihnen im Haus?

Die übelsten Ecken in meiner Wohnung sind meine Kisten. Denn alles, wofür ich keinen Ort finde, kommt in eine Kiste.

Welchen Tweet, Facebook- oder Instagram-Post bereuen Sie?

Ich bereue keinen Post. Da gilt für mich die alte Weisheit meiner Tante, die zu allem, was nicht glatt oder schlecht lief immer sagte: „Man weiß nie, wofür es gut ist!“

Was ist das Beste, das über Sie in Social Media geschrieben wird?

Wie es auch keine Beleidigung gibt, die mir gegenüber ausgesprochen wird, gibt es auch kaum einen Superlativ, den ich nicht schon gehört hätte. Man sollte das alles nicht so ernst nehmen.

Was ist das Schlimmste, das Fans Ihnen schreiben?

Ich werde unter meinen YouTube Videos bei bestimmten Themen mit den absurdesten Verschwörungsmythen bis zur flachen Erde bombardiert. Inzwischen mache ich mir aber einen Spaß daraus, diese Trolle lächerlich zu machen. Mein Hashtag für sie: #ZuDummUmDasAlphabetZuBuchstabieren

Was ist das Schönste an Ihnen?

Im Moment ist das mein Bart. Das kann sich aber wieder ändern.

Was würden Sie gern an sich ändern?

Ich bin mit meinen Stärken und Schwächen eigentlich ganz zufrieden.

Welcher Kollege, welche Kollegin nervt Sie?

Vorpubertierende Influencer nerven mich. Deswegen gehe ich ihnen aus dem Weg.

Wovon handelte der letzte Traum, an den Sie sich erinnern?

Natürlich habe ich von einer Reise zum Mars geträumt.

Wie hat Geld oder seine Abwesenheit Ihr bisheriges Leben geprägt?

Ehrlich gesagt, ist Geld für mich ein Werkzeug, um Dinge damit zu tun. Mir geht es finanziell gut, so dass ich neue Projekte anschieben kann. Aber es wäre für mich auch gar kein Problem, mit sehr wenig Geld auszukommen. Wenn ich also von Hartz IV leben müsste, wäre das für mich kein Problem, denke ich. Ich kann mit mir selbst so viel anfangen, dass ich auch mit wenig Geld eine Menge aus meinem Leben machen könnte.

Welches unterschätzte Werk verdient mehr Aufmerksamkeit?

Mein Lieblingsfilm ist „Grace of my Heart“, ein Biopic, dass an das Leben der Singersongwriterin Carol King angelehnt ist. Aber es kommen auch zahlreiche andere Charaktere darin vor, die anderen Musiklegenden ähnlich sind. Für den Soundtrack zeichnen unter anderem Elvis Costello und Burt Bacharach verantwortlich, sowie der Ex-Kompositionspartner und Ehemann von Carol King, Gerry Goffin. Die Songs sind alle für den Film neu komponiert worden. Ich finde, dass dieser Film ein absolut unterschätztes Meisterwerk ist. Für mich ist er der beste Musikfilm, der je produziert worden ist. Musik und Handlung sind so gut miteinander verwoben, dass man nie den Eindruck hat einen Musikfilm zu sehen. Meine Empfehlung für den gepflegten Filmabend!

Verraten Sie uns etwas, das noch keiner von Ihnen weiß!

Es zieht etwas in der Leistengegend.

Bei welchem Buch haben Sie mittendrin aufgegeben?

Ich gebe nie mittendrin bei einem Buch auf. Wenn ich einmal mit dem Schreiben angefangen habe, bin ich nicht mehr zu stoppen. Dafür stehe ich morgens immer zwischen vier und sieben Uhr auf und schreibe ungestört ein paar Stunden. Nach zwei Monaten bin ich dann meistens fertig.

Wovor hatten Sie als Kind Angst?

Vor dem Monster unter dem Bett.

Wovor haben Sie heute Angst?

Vor einer Zukunft, die die Menschheit, trotz der eindeutigen Erkenntnisse der Wissenschaft dazu, zu einer Dystopie macht. Ich wünschte mir, dass mehr Menschen sich auf ihr logisches Denken verlassen und dann Entscheidungen treffen, die den Planeten und die Menschheit bewahren.

Was haben Sie in Ihrem Leben verpasst?

Nichts.

Was bringt Sie zum Weinen?

Nahezu jeder traurige Kinofilm.

Was war Ihr schlimmster Fehlkauf?

Alle Verbrenner-Autos, die ich je gefahren bin.

Was ist das Unangenehmste, das Sie für Geld getan haben?

Ich habe mal Regie für eine Scripted Dokusoap geführt. Der Job war so schlimm, dass ich die Entscheidung traf, in Zukunft nicht mehr fürs Fernsehen zu arbeiten, sondern ein eigenes Videoformat fürs Internet zu entwickeln. Daraus ist dann alles weitere entstanden.

Was wollen Sie anders machen als Ihre Eltern?

Nichts. Meine Eltern waren ein tolles gleichberechtigtes Paar.

Welches Erinnerungsstück aus Ihrer Kindheit bewahren Sie auf?

Das ist eine alte Agfa Box, mein erster Fotoapparat. Eine ganz einfache Kamera, die aber immerhin Großformat-Fotos machte. Allerdings war die Optik so einfach, dass alles, was sie fotografierte, sehr klein war.

Welche Interview-Frage können Sie nicht mehr hören?

Wann kommt Gronkh?

Wie möchten Sie sterben?

Schnell.

Wie stellen Sie sich Gott vor?

Gar nicht.

Was für ein Tier wollen Sie in Ihrem nächsten Leben werden?

Auf keinen Fall ein Tier ... also ein Untier ;)

Möchten Sie uns noch etwas sagen?

Danke!

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