Wetterdienst gibt etwas Entwarnung Ruhige Nacht nach „Burglind“ – Regenfälle bereiten Probleme

Von dpa | 04.01.2018, 06:50 Uhr

Nach dem stürmischen Mittwoch geben die Meteorologen Entwarnung - allerdings nur vor Orkanböen. Anhaltende Regenfälle und Tauwetter könnten noch für Probleme sorgen.

Auf einen sehr stürmischen Tag folgt eine vergleichsweise ruhige Nacht: Vereinzelt meldeten Polizeistellen in Deutschland umgeknickte Bäume, die Straßen blockierten - dabei blieb es aber. „Es hat sich alles beruhigt“, sagte ein Sprecher am frühen Donnerstagmorgen in Mainz. Die Polizei in Göttingen sprach von einer „Entspannung“ in der Nacht.

Unwetterwarnungen aufgehoben

Am Mittwochabend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Unwetterwarnungen vor Orkan und orkanartigen Böen vorerst aufgehoben. Es könne aber noch Sturmböen geben, sagte ein DWD-Meteorologe.

Außerdem mussten sich viele Regionen weiterhin auf anhaltenden Regen und Tauwetter einstellen. In mehreren Bundesländern rechnete die Feuerwehr noch mit steigenden Pegelständen der Flüsse. Polizeistellen berichteten in der Nacht auf Donnerstag in verschiedenen Regionen vereinzelt von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. In niedersächsischen Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) etwa hatte es laut Polizei am Abend Überflutungen gegeben.

In Köln spitzt sich die Lage zu

Fachleute rechnen auch mit weiter ansteigenden Wasserständen am Niederrhein. Am Pegel Ruhrort wird dem Hochwassermeldezentrum Rhein zufolge an diesem Donnerstag die Meldehöhe von acht Metern überschritten. Der Wasserstand soll dort bis Freitagmittag noch weiter ansteigen und dabei sich der Marke von neun Metern annähern. Auch an den anderen Pegeln entlang des Flusses wird demnach das Wasser weiter steigen.

In Köln spitzt sich die Lage für die Schifffahrt und für Anwohner weiter zu. Dort ist bereits seit Mittwoch der Verkehr auf dem Wasser eingeschränkt. Auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Mondorf und Dormagen müssen Schiffe ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein. Im Laufe des Donnerstags wird der Wasserstand Vorhersagen zufolge wohl bei über sieben Metern liegen, und könnte bis Freitagmittag bis auf über 7,50 Meter steigen.

Auch viele kleinere Flüsse können in den nächsten Tagen über die Ufer treten. Im Falle der Lenne aber entspannt sich die Lage. Daten des Landesamts für Umwelt zufolge könnte entlang der Lenne das Wasser etwas zurückgehen. Entlang der Ruhr, der Sieg und der Weser hingegen wird demnach das Wasser an einigen Pegeln zurückgehen, andernorts sollen die Flüsse aber weiterhin anschwellen.

Fährverkehr wieder aufgenommen

In Emden, Bremen und Cuxhaven brachten die Ausläufer von „Burglind“ eine leichte Sturmflut, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sagte. Der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln wurde wieder aufgenommen.

Am Mittwoch gab es vor allem an der Küste orkanartige Böen. Auf Spiekeroog wurde in der Spitze eine Windgeschwindigkeit von 112 Kilometern pro Stunde gemessen.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Wegen Sturmtief „Burglind“ waren Feuerwehren in vielen Teilen Deutschlands am Mittwoch im Dauereinsatz gewesen. Straßen waren blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Auch in Belgien, der Schweiz und den Niederlanden hatte „Burglind“ für Schäden und Behinderungen gesorgt.

Stromausfall in Frankreich

In Frankreich sind 35 000 Haushalte im Norden und Nordosten des Landes in der Nacht ohne Strom geblieben, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Am Mittwoch waren zeitweise 225 000 Haushalte vom Netz abgeschnitten. Bei dem Sturm, der in Frankreich „Eleanor“ heißt, war ein 21-jähriger Urlauber getötet worden, als er in einem Ski-Ort in den französischen Alpen von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.

 Weiterlesen: Umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller im Landkreis Osnabrück