Vermischtes Zehn millionste Tonne Zellstoff für Nordland geliefert

03.12.2002, 23:00 Uhr

Die zehn millionste Tonnen Zellstoff ist gestern bei den Nordland Papierwerken in Dörpen angeliefert worden. Im Rahmen einer kleinen Feier im Beisein von Repräsentanten aus Politik und Verwaltung, Schifffahrtsgesellschaften und Unternehmensvertretern wurde die ,,Jubiläumstonne" vom Motorschiff ,,Nordland" auf das Festland umgeschlagen.

,,Wofür wir 33 Jahre gebraucht haben, werden wir nach heutigem Stand nur noch zehn bis zwölf Jahre benötigen", zeigte Jürgen Hoppe, Senior Advisor bei Nordland, die Entwicklung auf. Mit Beginn der Produktion in dem Dörpener Papierwerk Anfang 1969 kam auch der erste Zellstoff über den Seeweg von Finnland in die Emsgemeinde. Im ersten Produktionsjahr liefen über die ,,Papiermaschine 1" knapp 27.000 Tonnen Papier, heute liegt die Jahresproduktion auf den inzwischen sechs Maschinen bei 1,3 Millionen Tonnen.

Die guten logistischen Verbindungen mit Wasser, Schiene und Straße seien mit ein wesentlicher Grund für die Ansiedelung des Papierwerkes in Dörpen gewesen, sagte Hoppe weiter. Vor allem dem Dortmund-Ems-Kanal komme dabei hohe Bedeutung zu. Den Anforderungen eines täglichen Bedarfs von 2.000 Tonnen Zellstoff könne kaum ein anderer Verkehrsweg als eine Wasserstraße gerecht werden. Wurden Lieferungen anfangs noch über den Hafen Bremen von Seeschiffen auf Binnenschiffe verladen, nimmt diese Aufgabe jetzt fast ausschließlich der Emder Hafen wahr.

Über 80 Prozent des Zellstoffbedarfs von Nordland Papier werde von Zellstofffabriken aus Skandinavien gedeckt, darunter vier Werke der UPM-Kymmene-Gruppe, zu der auch Nordland gehört, sowie eine Fabrik in Schweden. Fraktionen würden ferner aus Portugal, Spanien und Brasilien bezogen. Aus den zehn Millionen Tonnen Zellstoff stellten die Dörpener Papierwerke, mithin die größte Produktionsstätte für Feinpapiere in Europa, 16 Millionen Tonnen Papier her, steckte Jürgen Hoppe die Leistung in technischer Hinsicht ab.

Im gleichen Atemzug hob er aber auch auf die ökonomische wie ökologische Dimension ab. Das Unternehmen in Dörpen sei eine ausgesprochen ,,ertragsreiche Einheit", unterstrich Hoppe den wirtschaftlichen Erfolg, der mit der Ansiedelung der Produktionsstätte, die heute gut 1.800 Mitarbeiter beschäftigt, verbunden sei. Und in ökologischer Hinsicht sei es bedeutsam, dass lediglich 63 Prozent Faserstoffe bei der Papiergewinnung eingesetzt würden. Der restliche Part entfalle auf andere Stoffe, so genannte Pigmente. Das Produktionsverfahren trage damit zur Ressourcenschonung bei, sei doch der Rohstoff Holz ein wichtiges Gut. In Finnland werde das ,,grüne Gold" durch eine nachhaltige Forstwirtschaft für künftige Generationen nutzbar gehalten.

Während auf dem Sektor ,,Eingang" mehr als 90 Prozent der benötigten Stoffe über den Wasserweg angeliefert würden, sei auf der Seite ,,Ausgang" lediglich ein Anteil von 45 Prozent zu verzeichnen, erläuterte Bernd Schmidt von Nortrans. Dies sei zum Teil auch dadurch bedingt, dass die Papierwerke die fertige Ware auf eine Vielzahl von Abnehmern zu verteilen hätten. In dieser Logistik komme eher der Schienenverkehr zum Tragen, über den knapp die Hälfte der Auslieferung laufe.

Schmidt hoffte in diesem Zusammenhang auf positive Signal seitens der Bahntochter, DB Cargo, für ländliche Standorte wie das Güterverkehrszentrum in Dörpen. Derzeit stelle sich die Situation eher problematisch dar. Die Sicherung einer guten Schienenverbindung für den Güterverkehr ,,ist augenblicklich das größte Thema, das wir haben", meinte der Nortrans-Geschäftsführer. Das entscheidende Problem sei, dass bislang so genannte ,,paarige Verkehre" nur schwer zu erreichen sein. Von Dörpen aus würden zwar genügend Waren auf den Weg gebracht, die Region erreichten über das Verkehrszentrum allerdings zu wenig Güter. Gleichwohl sahen Schmidt wie auch Hoppe die Bahn in der Pflicht, ihrer Verantwortung gleichfalls für geografisch eher am Rande gelegene Standorte nachzukommen.