Vermischtes Z um Geburtstag sind auch Männer willkommen . . .

13.07.2009, 22:00 Uhr

Was verrät diese Zahlenfolge? Modellmaße können es nicht sein, mit Frauen hat sie allerdings sehr wohl zu tun. Mit Landfrauen. Genauer gesagt mit dem Landfrauenverein Wittlage, der ein dreifaches Jubiläum feiert.

Die Gründung des Vereins erfolgte am 19. Juli 1949, also vor 60 Jahren. Das erklärt Zahl Nu mmer eins. Die 30 bezieht sich auf den Singkreis der Landfrauen, der immerhin seit drei Jahrzehnten besteht, und der jüngste Vertreter im Kreise ist mit 20 Jahren die Volkstanzgruppe.

Das Dreierjubiläum ist allemal ein Grund zum Feiern. Und das soll exakt am Gründungstag geschehen, nämlich am kommenden Sonntag, 19. Juli. Und zwar dort, wo der Landfrauenverein sozusagen aus der Taufe gehoben wurde – im Landgasthaus Gieseke-Asshorn in Bohmte.

So ganz stimmt das allerdings nicht. Der historische Gasthof Gieseke, wo auf Initiative der damaligen Leiterin der Mädchenabteilung der Bohmter Landwirtschaftsschule die Gründungsversammlung stattfand, fiel schließlich einem Großbrand zum Opfer.

Aber auch der Landfrauenverein hat sich verändert. Waren es 1949 noch 49 Frauen gewesen, die den Verein bildeten, so zählt er nach 60 Jahren mehr als 400 Mitglieder. Und noch etwas ist anders geworden. Landfrauen sind heute Frauen, die auf dem Lande leben – und nicht zwangsläufig Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Sogar der Name ist nicht mehr ganz genauso wie bei der Gründung. Nach der Gebietsreform 1972 erfolgte eine Anpassung an die Gegebenheiten mit der Umbenennung in Landfrauenverein Altkreis Wittlage.

Geblieben ist selbstverständlich, dass der Zusammenschluss überkonfessionell ist. Nach wie vor gilt, dass Frauen aus Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln, den drei Gemeinden des Altkreises, dazugehören. Inzwischen hat noch rund ein Drittel einen landwirtschaftlichen Hintergrund.

Zum Programm gehören regelmäßig Vorträge, Kurse, offene Zusammenkünfte, Ausflüge und Reisen. Und die Landfrauen mischen sich ein. Dazu gehört ihre Aktion für die Vermittlung von hauswirtschaftlichem Können in Schulen. Wer sich nicht mit Lebensmitteln auskennt, kann keine gesunde Nahrung zubereiten. Wer nicht beizeiten lernt, mit Geld umzugehen, gerät nur allzu leicht in die Schuldenfalle.

Und sind die Landfrauen normalerweise bei ihren Veranstaltung mehr oder minder unter sich, sind beim Jubiläum auch die Männer willkommen. Die Küche kann somit einmal kalt bleiben. Am kommenden Sonntag, 19. Juli, beginnt um 10.30 Uhr ein öffentlicher ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Johann mit Gastpastor i.R. Linkemeyer aus Wallenhorst. Die plattdeutsche Predigt hält während des Gottesdienstes Prädikantin Marianne Vehring aus Rabber.

Der Singkreis des Vereins ist ebenfalls dabei, und Landfrauen wirken darüber hinaus an der Gestaltung des Gottesdienstes mit. Um 12 Uhr beginnt das gemeinsame Mittagessen im nahe gelegenen Landgasthaus Gieseke-Asshorn (Anmeldung sind möglich bei Angelika Westermeyer, Telefon 05471/4072 oder 0176/23884724 oder auch per E-Mail info@landfrauen-wittlage.de).

Um 14 Uhr startet das Festprogramm. Guter Brauch ist es, dass viele Frauen aus den eigenen Reihen dabei aktiv sind.

Hinzu kommt als Festrednerin Dagmar Feldmann von der Landvolkhochschule Hardehausen. Ihr Thema „Rettet den Sonntag – Der Sonntag rettet uns!“

Dazu passt, dass das Jubiläum auf einen Sonntag fällt. Durchaus wichtig an dem Tag außerdem, dass in geselliger Runde Zeit für Erinnerungen und Zeit zum Erzählen bleibt. Bei Kaffee und Kuchen wird der Nachmittag zum dreifachen Landfrauenjubiläum im Haus Gieseke-Asshorndann ausklingen.