Vermischtes "Wir wollen eine festliche und frohe Atmosphäre"

11.01.2006, 23:00 Uhr

Die Planungen zur Sanierung der Klausing-Orgel in der St.-Matthäus-Kirche befinden sich auf der Zielgeraden. Momentan geht es um die Frage des Farbtons, wobei die Entscheidung auch in diesem Punkt immer näher rückt.

Zuletzt waren sich die Restauratoren und die Denkmalpfleger noch nicht einig gewesen, inwieweit der neue Anstrich ganz dem historischen Vorbild von 1713 folgen müsse. Inzwischen bestehe aber weitgehend Einigkeit darüber, dass der neue Farbton heller werden müsse als der ursprüngliche, sagte Konrad Huhmann, der Vorsitzende des Orgelbauvereins.

Im Kirchenschiff der alten Matthäuskirche erklärte Dechant Hermann Rickers den Grund dafür: Ursprünglich habe die Orgel in bläulich-grünlichem Farbton in der Osnabrücker Dominikanerkirche gestanden, die von allen Seiten mit Licht durchströmt gewesen sei. Der jetzige Standort allerdings bekomme im Laufe des Tages nur sehr wenig Licht ab, erst recht, weil die Fenster zur Südseite durch den Anbau aus den siebziger Jahren keine echten Fenster mehr seien. Doch schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts habe man die Orgel nach ihrem Umzug nach Melle wegen der Lichtverhältnisse heller gestrichen. Auch nun sei also ein Anstrich gefordert, der diesem Umstand Rechnung trage: eine so genannte '"'Musterachse'"', auf der man einen hellen Beispielsfarbton erkennen kann, ist bereits angebracht worden.

Neben dem Anstrich spielt auch die Frage der Vergoldung der barocken Ornamente eine Rolle. Dabei konkurrieren eine matte und eine glänzende Variante miteinander. Rickers favorisiert eindeutig letztere, denn: '"'Festlich und froh'"' solle die Atmosphäre nach der Sanierung in der neuen alten Matthäuskirche sein.

Im Zusammenhang mit der farblichen Gestaltung des Orgelgehäuses müsse natürlich auch über andere Teile des Kircheninnenraums nachgedacht werden, meinte der Pastor. Neben der Empore, die direkt an die Orgel anschließt, denkt er dabei insbesondere an die Kanzel. Dort sind bereits Proben genommen worden, um festzustellen, wie frühere Anstriche ausgesehen haben.

Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass die neue Gestaltung sowohl die historischen Wurzeln als auch die räumlichen Gegebenheiten der Matthäuskirche berücksichtigen müsse. In diesem Punkt seien die Beteiligten inzwischen aber weit vorangeschritten, betonte Huhmann. Rickers ist entsprechend zuversichtlich, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres eine Entscheidung gefunden werden kann.