Vermischtes Werpeloh präsentiert: Von Gauß bis Galileo

10.04.2008, 22:00 Uhr

Unter dem Titelnamen „Vermessung und Umwelt – von Gauß bis Galileo“ verbirgt sich das neueste spektakuläre Projekt im Emsland. Rund um den Windberg (73 Meter über NN) in Werpeloh, der höchsten Erhebung des Hümmlings, soll ein außerschulischer Lernstandort mit Lehr- pfad, Beobachtungsturm und Infocenter entstehen.

Erster Kreisrat Reinhard Winter gab sich auf der Sitzung des Kreiskultur- und Tourismusausschusses im Emsland Moormuseum in Geeste fast schon euphorisch: „Das wird eine ganz spannende Sache gerade für Technikfreaks.“

Dabei mutmaßte Winter, dass die Idee auch mit dem Inhalt des Lieblingsbuches von Landrat Hermann Bröring zu tun haben könnte. In seinem Bestseller „Die Vermessung der Welt“ beschreibt Auto Daniel Kehlmann das Leben des berühmten Mathematikers, Astronom, Geodät und Physikers Carl Friedrich Gauß. Dieser leitete ab 1818 die Landvermessung des Königreiches Hannovers. 1830 entstand so auf dem Windberg der historische Vermessungsstein und Vermessungsturm. Und hier schließt sich der Kreis. Dieser Vermessungspunkt fristete lange ein Schattendasein. Dies soll sich jetzt entscheidend ändern. Für CDU-Kreistagsmitglied Bernhard Schmitz gilt es, dieses „Alleinstellungsmerkmal“ hervorzuheben.

Ein Lehrpfad soll Besuchern die Geschichte der Vermessung anhand von sechs Modulen (mit leichten Vermessungsübungen) näherbringen. Der historische Vermessungsstein wird in Glas eingehüllt, und auch der Turm soll langfristig gesichert werden. Das Infocenter werde die Historie dieser Wissenschaft präsentieren. In einem Seminarraum (25 bis 30 Plätze) werden über GPS ermittelte Daten mittels Computeranimation zu bestimmten Umweltszenarien aufgearbeitet.

Die Gesamtkosten summieren sich auf 775000 Euro. Der Kreiskulturausschuss empfahl einstimmig einen Kreiszuschuss von 5000 Euro. Die weiteren Gelder sollen von der NBank (310000 Euro), Deutschen Bundesstiftung Umwelt (124000 Euro), Bingo Lotto (93000 Euro), VR-Stiftung (12000 Euro), ILEK (5000 Euro) sowie Eigenanteilen der Gemeinde eingebracht werden.

Ebenfalls einstimmig votierte der Fachausschuss dafür, den Bau eines Niedersachsenhauses in Steinbild (Zuschuss: 77000 Euro) sowie eines Bürgerbegegnungszentrums in der 1824 erbauten „Alten Amtsvogtei“ in Emsbüren (Kreiszuschuss: 70000 Euro) zu unterstützen.