Vermischtes „Wenn ich etwas vorhabe, zieh ich das durch“

21.07.2009, 22:00 Uhr

Stefan Engelmann ist 19 Jahre alt und wohnt in Bramsche. Er spielt gern Basketball, geht ins Fitnessstudio und liebt Partys wie jeder Jugendliche. Und er hat sich gerade als Eventmanager selbstständig gemacht. Seine Firma heißt „Legend Events“. „Für legendäre Partys!“, behauptet er selbstbewusst. Was manche für mutig, andere für verrückt halten, sieht er ganz gelassen: „Ich bin mir absolut sicher, dass es klappt. Wenn ich mir etwas vornehme, ziehe ich das auch durch.“

Bedenken? Hat er nicht, hatte er noch nie.

Gerade am vergangenen Freitag hat er seine erste Party im Manhattan geschmissen. Mit dem Ergebnis ist er zwar nicht ganz zufrieden, aber „aus Fehlern lernt man!“, ist er überzeugt von sich.Zum Eventmanagement kam Stefan durch Zufall: Er wollte ein paar Freunden nur mal zeigen, wie man eine zünftige Party feiert, also organisierte er eine. „Schließlich waren es an die 400 Leute, und da dachte ich mir, mit so etwas kann man doch auch sein Geld verdienen.“ So machte er sich also selbstständig mit seinem Kumpel Carsten Hayduk, der für Kontakte und Presse zuständig ist, während Stefan die Organisationsarbeit übernimmt. Für das Startkapital hat er lange gespart und gearbeitet, außerdem wird er vom Staat mit einem Gründerzuschuss unterstützt.

Stefan absolvierte nach seinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Groß und Außenhandelskaufmann, doch er merkte recht schnell, dass Büroarbeit nichts für ihn ist: „Den ganzen Tag vorm Computer sitzen, das bringt doch niemandem was.“ Mit seinen Partys hingegen will er was bewegen. Er will, dass die Menschen nach der Party nach Hause gehen und denken: „Geile Party!“ Er selbst möchte dabei nicht im Vordergrund stehen. „Die Leute sollen nicht wegen mir, sondern wegen der Party kommen. Wenn die zufrieden sind, bin ich es auch“, sagt er ganz bescheiden.Weniger bescheiden ist er bei seinen Zielen in naher Zukunft. 24 Partys im Jahr will er veranstalten und sich dabei nicht nur auf die Jugendlichen beschränken. Auch Ü-40-Partys soll es geben, vornehmlich in Osnabrück und Umgebung. Außerdem wird er auch für Privatleute Partys wie zum Beispiel Geburtstage organisieren. An einer besseren Homepage arbeitet er bereits, die Suche nach Sponsoren läuft. Und so zurückhaltend er auch tut, ein Audi A5 darf es wohl trotzdem sein in den nächsten zwei Jahren. Aber er kennt auch die andere Seite: „Der Job bringt ein hohes Risiko mit sich, man weiß nie, was als Nächstes kommt. Die Hauptsache ist, dass man die richtigen Kontakte hat. Ohne Kontakte bist du nichts im Eventmanagement!“

Doch Stefan weiß auch die Vorteile seines Jobs zu schätzen: „Ich liebe die freie Zeiteinteilung, außerdem lerne ich unheimlich viele Leute kennen. Der Job ist eigentlich total relaxt, nur in der Endphase wird es stressig. Vor meiner ersten Party habe ich nur zweieinhalb Stunden geschlafen.“ Was ein guter Eventmanager braucht, weiß er auch schon ganz genau: „Kontakte, Freude an Partys, Offenheit, Risikofreude“, zählt er auf, und man glaubt ihm sofort, dass er all das hat. Geschäftssinn hat er bereits bewiesen, indem er Bramsche als Veranstaltungsort gewählt hat. „Da in Bramsche feiertechnisch einfach nichts los ist, nutze ich die Marktlücke für mich. Später will ich die Partys aber auch auf Osnabrück ausweiten.“Trotzdem will er im nächsten Jahr sein Fachabitur machen und danach Eventmanagement studieren. Ob er das auf Dauer hauptberuflich betreiben will, weiß er noch nicht. Dafür weiß er aber, dass er niemals so arrogant werden will wie manch andere Party-Macher.

Auch wenn einige Bekannte an seinem Erfolg zweifeln, gibt es viele, die das ganz anders sehen. „Es gibt bereits 25 Leute, die bei mir einsteigen wollen“, erzählt er. „Aber viele wissen nicht, wie viel Arbeit hinter einer Party steckt.“ Zunächst muss die Location geklärt werden, dann stellt sich die Frage, ob er selbst die Getränke verkauft oder damit jemanden beauftragt. Dann muss natürlich noch das Personal wie Türsteher, DJ und Bedienung eingestellt werden und auch die Werbung ist nicht zu vergessen.

Klingt nach viel Organisationsaufwand, aber das ist auch genau das, was Stefan will. „Organisieren macht mir Spaß, und wenn ich dabei auch noch Kontakt mit Menschen habe, ist es der optimale Job für mich.“Na dann: Bis zur nächsten Party!