Vermischtes Wenn die Kirche brennt

15.07.2009, 22:00 Uhr

Bis ganz nach oben in die 54 Meter hohe Kirchturmspitze würde der Wasserstrahl der Feuerwehr Glandorf auch mithilfe der Drehleitern aus Oesede und Bad Rothenfelde nicht reichen, dazu sind auch die auf 30 Meter ausfahrbaren Leitern einfach zu kurz. Trotzdem stimmt die Übung der Ortsfeuerwehr optimistisch: „Wir kommen gut an die Kirche ran“, sagte Ortsbrandmeister Hubert Johannpötter.

Anlass des Übungsabends der Glandorfer Wehr war der gewaltige Blitzeinschlag in den Kirchturm im Juni vergangenen Jahres. 30000 Euro Schaden hat der Blitz hinterlassen, Feuer fing die Kirche zum Glück nicht. Mit ihrer Übung wollten die rund 50 Einsatzkräfte ausprobieren, ob die Kirche im Ortskern gut zu erreichen ist, wo man die Fahrzeuge platzieren kann und ob der Wasserstrahl aus den Wenderohren der Drehleitern das komplette Gebäude erreichen kann. Zur Unterstützung forderten die Glandorfer Feuerwehrmänner die Drehleitern aus Oesede und Bad Rothenfelde an. „Die würden auch im Ernstfall zum Einsatz kommen“, erklärte Johannpötter. Die großen Fahrzeuge mit einer Länge von gut 13 Metern mussten so platziert werden, dass sie von eventuell herabfallenden Trümmern nicht getroffen, der drehbaren Leiter jedoch rundherum Raum geben würden.

Im Laufe der Übung zeigte sich, dass die Drehleitern sowohl hinter als auch vor der Kirche an zwei verschiedenen Stellen problemlos platziert werden können. Auch der Wasserstrahl aus dem Oberflurhydranten vor und dem Unterflurhydranten hinter der Kirche war stark genug, um das Kirchendach komplett zu benetzen. 1000 Liter Wasser schossen pro Minute aus jedem der Rohre, für die vielen Schaulustigen auf dem Kirchplatz ein sehenswertes Spektakel. Bis zum Wetterhahn auf der Kirchturmspitze gelangte der Strahl allerdings nicht.

Nach einer Stunde beendete der Übungsleiter Hubert Johannpötter den Test und zeigte sich rundherum zufrieden. Die Kirche sei gut zu erreichen, Wasser stehe auch für zwei Drehleitern in ausreichender Menge zur Verfügung, und die Anfahrt habe sich ebenfalls problemlos gestaltet.

Ein weiterer Test sollte unter Beweis stellen, dass der Funkkontakt in den Innenraum der Kirche funktioniert, für den Fall, dass Feuerwehrmänner im Gebäude Menschen retten müssen. Die über einen Meter dicken Wände stellten zum Glück kein Hindernis für die Funkwellen dar. Der Atemschutztrupp, der probehalber in den Kirchturm kletterte, war durchgehend zu erreichen. Mechaniker Heiner Stapel, der sich ehrenamtlich um die Uhr und die Glocken der Glandorfer Kirche kümmert, nutzte die Gelegenheit, um seinen Kameraden das Innere des Kirchendachs zu zeigen. „Wenn es hier brennt, würde ich hier niemanden hochschicken“, sagte er. Das dichte Balkenwerk des Dachstuhls, vor allem aber die nicht begehbare, dünne Rohrdecke der Kirche, machten Einsätze im Inneren des Daches unmöglich. Auch der Dachstuhl des Kirchturms sei für die Feuerwehrmänner „tabu“, sagte Stapel. Man könne sich ausmalen, was passiert, wenn das Gebälk mit samt den tonnenschweren Glocken zusammenbräche.